Zur Navigation springen |Zum Inhalt springen
 
 

Unken (Salzburg): Historischer „Kramerwirt“ vor dem Abbruch bewahrt

Der hohe, massige Baukörper des Kramerwirtes bildet einen Blickfang im Zentrum von Unken.

Eine besondere Herausforderung wird die Restaurierung der Stuckfassade darstellen.

Im Inneren sind viele historische Ausstattungselemente und Baudetails erhalten.

Von den Zubauten aus dem 20. Jahrhundert wurde der historische Baukörper des alten Einkehrgasthofes inzwischen bereits befreit (Foto: Baumeister Piffer, Saalfelden).

Eineinhalb Jahrzehnte stand das stattliche Gasthaus im Ortszentrum der Pinzgauer Gemeinde Unken leer, jetzt steht eine Revitalisierung des Gebäudes bevor.

Beim erstmals 1598 erwähnten Kramerwirt im Ortszentrum von Unken handelt es sich um einen stattlichen, im Kern barocken Einkehrgasthof mit biedermeierlicher Fassadengestaltung. Die Bausubstanz des ursprünglich als „Tavernheisl“ bezeichneten Gebäudes geht auf das 17. Jahrhundert zurück. 1832 erhielt das Objekt durch einen Umbau unter Nikolaus Rainer die heutige Erscheinung.

Der repräsentative Anspruch des wohlproportionierten, dreigeschossigen Baues mit hohem Schopfwalmdach wird durch die einheitlich umlaufende, klassizistische Fassadengliederung unterstrichen, die im Bundesland Salzburg mit ihrem herausragenden künstlerischen Anspruch und im Detail volkstümlichen Abwandlung ein einzigartiges Beispiel darstellt. Zur Fassadengrundgliederung gehören die durchgehende Quaderung mit Segmentbogenrahmungen des Erdgeschosses und die klassizistischen Ohrenrahmungen, die aus Parapetplatten und Bekrönungsfeldern mit Fruchtgirlandenmotiven zusammengesetzt sind.

Der Zugang erfolgt straßenseitig durch eine hölzerne Doppelflügeltür, die in einem Marmorporal sitzt (bezeichnet mit „Erbaut 1832, JMR, IHS“). Beidseitig vom Mittelflur liegen Räume teilweise mit nachbarocken Stuckdecken und hölzernen Türverkleidungen aus der Biedermeierzeit. Die gewölbten Kellerräume stammen vom Vorgängerbau.

Drohender Abbruch
Als eines der „Sorgenkinder der Denkmalpflege“ stand der Kramerwirt aber zuletzt rund 15 Jahre leer, sogar der Abriss drohte. Den Bemühungen von Gemeinde, Land, des „Salzburger Instituts für Raumplanung und Wohnen“ (SIR) und des Bundesdenkmalamtes im Hinblick auf Nutzungs- und Förderungsmöglichkeiten ist es gelungen, bei mehreren Wohnbaugesellschaften das Interesse für das Altobjekt zu wecken. Bei der 2006 angesetzten Versteigerung hat schließlich das Salzburger Siedlungswerk den Zuschlag erhalten. Nur durch die geplante Nahverbauung rechnet sich die Instandsetzung/Restaurierung des historischen Gebäudes.

Wohnungen statt Gasthaus
Die noch 2007 geplante Veränderung des Objekts sieht eine komplette Wohnnutzung unter Wahrung der Außenerscheinung vor. Nur an die Stelle der bereits abgebrochenen Zubauten des 20. Jahrhunderts tritt an die Rückfront des Objektes ein aus Sicherheitsgründen notwendiges Fluchtstiegenhaus mit Lifteinbau in Holz-Glas-Konstruktion.

Die Wohnungen werden unter Rücksichtnahme auf die innere Grundstruktur geschaffen, Flure und Stiegenhaus bleiben unverbaut erhalten, historische Ausstattungselemente werden wieder verwendet. Der Dachgeschossausbau erfolgt unter weitgehender Bewahrung des historischen Dachstuhls.

Druckersymbol Druckversion