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Eine Kegelbahn hat "Sau" gehabt

Ohne den geringsten Schaden zu erleiden gelang die Transferierung des Pavillons.

Die eingekürzte Kegelbahn wartet auf ihren Pavillon.

Im Inneren des Pavillons wurden die Malereien von Restaurator Hubert Schwarz mit Japanpapier gesichert.

Die Darstellung einer Sau für "Alle Neune" beim Kegeln.
Im steirischen Peggau gelang die Versetzung des 31 Tonnen schweren Pavillons einer Kegelbahn.
Die gründerzeitliche Kegelbahn mit angebautem Fachwerkspavillon wurde als Teil der nach Plänen des Grazer Stadtbaumeisters Andrea Franz für Gustav Graf Wimpffen um 1875 erbauten Villenanlage in Peggau errichtet. Die Bahn steht aufgrund ihrer authentischen Erhaltung einschließlich ihrer präzisen handwerklichen Ausführung und der malerischen Ausstattung als ein außerordentlich seltenes Beispiel ihrer Art unter Denkmalschutz.
Wegen eines geplanten Neubaues ist die Versetzung des oktogonalen Fachwerkspavillons und die Einkürzung der Kegelbahn um 9 Meter notwendig geworden. Die Versetzung ist unter Erhaltung der gesamten Substanz einschließlich der Wandmalereien im Inneren, die das Kegeln thematisieren, erfolgt. Zuvor wurden die Malereien durch Restaurator Hubert Schwarz befundet, dokumentiert und gegen mechanische Schäden geschützt. Der Unterboden musste entfernt werden. Der gesamte Pavillon wurde mit einer tragenden Eisenrahmenkonstruktion unterfangen, die man vor Ort verschweißt hatte. Die Fensterstöcke und der Türstock waren mit Holz verstrebt und ausgekeilt, die Außenseite der Holz- und Fachwerkskonstruktion mit Gurten bei den Querverstrebungen zusammengezurrt. Unmittelbar vor der Versetzung lud man mittels Winden den Bau hoch und löste ihn vom Untergrund. Danach wurde er mit dem Autokran hochgehoben. Durch das Ungleichgewicht aufgrund des Kamins musste mehrmals nachjustiert werden. Perfekt gelang schließlich die Translozierung durch die fachkundige Arbeit der Firmen Turek und Tieber im Beisein des Restaurators und Vertretern des Bundesdenkmalamtes.
Versetzung als Video
Kegeln war besonders im 19. Jahrhundert ein Freizeitvergnügen am Lande mit der Möglichkeit zur Pflege sozialer Kontakte sowie eine weit verbreitete volkstümliche Form der sportlichen Betätigung. Die künftige Nutzung wird jedoch Lagerzwecken dienen.
Die hölzerne Kegelbahn mit handwerklich aufwändig ausgearbeiteter Brüstung mit Zierschnitten und dem oktogonalen Fachwerkspavillon mit astförmig gestalteten Diagonalstreben und ausgemauerten Zwischenräumen trägt ein ziegelgedecktes Dach. Die bauliche Umsetzung in altdeutschen Formen entspricht nicht nur der Stilwahl bei der zugehörigen Villa, sondern unterstreicht auch den künstlerischen Anspruch des Bauherrn und gibt mit dieser expliziten und aufwändigen Gestaltung einschließlich Malereien auch der Wertschätzung und historischen Verwurzelung dieses traditionsreichen Volkssports Ausdruck.
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