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Salzburg: „Fischer-Portal“ am Großen Festspielhaus wird restauriert

Pferdeschwemme und Portal des Großen Festspielhauses: Barocke Kleinode an neuralgischem Verkehrsknotenpunkt

Nordfassade des Festspielhauses mit Portal (Fassadenplan: Linsinger) 

Schadenskartierung des Portals (Foto: Fuchsberger)

Das Wappen Fürsterzbischof Johann Ernsts von Thun im gesprengten Giebel über dem Portal (Foto: Linsinger)

Das prachtvolle barocke Seitenportal des Großen Festspielhauses stellte früher die Verbindung zwischen Hofmarstall und Pferdeschwemme dar. Durch den modernen Straßenverkehr ins abseits gedrängt wird dieses monumentale Portal Fischers von Erlach jetzt restauriert.

Im Jahre 1598 erwarb Erzbischof Wolf Dietrich von Raitenau vom Kloster St. Peter den sog. Frauengarten, ein bis dahin landwirtschaftlich genutztes Areal am Fuße des Mönchsberges, und ließ hier 1606/07 die fürsterzbischöflichen Pferdestallungen („Hofmarstall“) errichten. Sie wurden 1662 um eine Winterreitschule und 1693 – wahrscheinlich nach Plänen Johann Bernhard Fischers von Erlach – um eine Sommerreitschule erweitert. 

Verbindung von Hofstallungen und Pferdeschwemme
Fischer von Erlach plante auch die an die Hofreitschule anschließende Pferdeschwemme, zu der die Pferde des Hofmarstalles durch ein monumentales ebenfalls von Fischer entworfenes und von Wolf Weissenkirchner geschaffenes Portal geführt wurden. Die Hofstallungen und die prachtvolle Pferdeschwemme bildeten in ihrer Erbauungszeit dadurch eine städtebauliche und nutzungsbedingte Einheit, die aber schon mit der Errichtung des Neutores in den Jahren 1764-1767 durch die neue Zufahrtsstraße zum Neutor wieder aufgebrochen wurde.

Mit dem weitgehenden Abbruch des Hofmarstalls und der Errichtung des Großen Festspielhauses 1956-1960 geriet das Fischer-Portal schließlich zu einem zwar monumentalen aber weitgehend funktionslosen Nebeneingang des neuen Festspielhauses. Vom wachsenden Verkehrsstrom durch das Neutor immer stärker an den Rand gedrängt und erheblichen Umweltbelastungen ausgesetzt stellt das Fischer-Portal ein lange Zeit vernachlässigtes Kleinod am Rande des Festpielbezirkes dar.

Monumentaltor als Erinnerung an Reitschule
Das Fischer-Portal beherrscht die nordseitige Fassade des heutigen Festspielhauses, die früher die Schauseite des Hofmarstalls darstellte. Seitliche Pilaster mit vorgestellten Atlantenhermen tragen ein breites Gebälk, darüber stellen Figurengruppen auf Postamenten Allegorien auf Europa und Asien mit je einem Einhorn dar.

Über dem Marmorportal wird ein Rundbogenfenster, in das eine schlanke Vase mit Puttos hineinragt, beiderseits von abwärts verjüngten, überkuppelten Pilastern eingefasst, über deren Abschlussgebälk ein gesprengter Giebel das Wappen Fürsterzbischof Johann Ernst von Thuns, des Salzburger Förderers und Auftraggebers Fischers von Erlach, umklammert.

Reliefplatten am Portal verweisen mit Szenen aus Reiterschlachten und Darstellungen von Kriegstrophäen auf die fürsterzbischöflichen Hofstallungen und die Kriegstüchtigkeit ihrer Pferde.

Seit 2005 laufen die Bemühungen das Portal zu restaurieren. Einer genauen Planaufnahme des Portals folgten eine detaillierte Schadenskartierung und Befundung. Das auf dieser Basis erarbeitete Restaurierungskonzept soll in den kommenden Monaten umgesetzt werden.

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