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Fassadensanierung an der Festung HohensalzburgNeue Maßstäbe bei der Sanierung der Nordostfassade

Die Nordost-Fassade der Festung Hohensalzburg

Orthophotografische Aufnahme der NO-Fassade der Festung zwischen Rosspforte und Trompeterturm (Photo: Waagner)

Mittels Fassadenkartierung wurden alle Befunde graphisch dokumentiert (Photo: Zechner Denkmal Consulting).

Befundungsöffnungen im Bereich der Schießscharten am Erker

Detail von Putzaufschüsselungen und Hohlstellen des sehr dünnen Kalkputzes aus dem 15. Jahrhundert

Digitale Schadenskartierung auf Basis der geodätischen Bestandsaufnahme

Die von links oben nach rechts unten diagonal verlaufende Putzzäsur verweist auf den ehemaligen Verlauf des Grabendaches
Zu Beginn der 90er Jahre erregte die Fassadensanierung an der Festung Hohensalzburg die Gemüter in Stadt und Land Salzburg. Nun geht die Außensanierung in ihre letzte Phase.
Die große Aufgabe und Herausforderung der Fassadensanierung der Festung Hohensalzburg wurde bereits zu Beginn der 90er Jahre unter großem öffentlichem Interesse und unter hitziger Diskussion begonnen. Für die Restaurierung der letzten noch ausstehenden Fassadenflächen im Nordosten der Festung sind im heurigen Jahr neue Maßstäbe der Bestandsaufnahme, Befundung und Dokumentation gesetzt worden. Diese Herangehensweise wird als Grundlage für die weiteren Restaurierungsetappen in den kommenden Jahren dienen.
Basis für die gezielte Erstellung eines Leistungsverzeichnisses, für die bauhistorische und restauratorische Befundung sowie alle restauratorischen Maßnahmen bildete die von DI Waagner im Winter 2005/2006 durchgeführte geodätische und photogrammetrische Bestandsaufnahme des Fassadenabschnittes zwischen der Rosspforte und dem Trompeterturm.
Aufgrund der unterschiedlichen Putzoberflächen und deren Beschaffenheit war von allen Beteiligten eine differenzierte Vorgehensweise gefordert. Im Bereich der Rosspforte sind noch nahezu 80 % der historischen Putzflächen erhalten. Der nördlich anschließende Fassadenabschnitt erhielt im 19. und 20. Jahrhundert mehrfache, vollflächige Neuverputzungen aus großteils sehr hartem und dichtem Zementputz.
Mittels detaillierter stratigraphischer Untersuchung sowie durch eine exakte Putz- und Schadenskartierung, durchgeführt vom Bauforschungsbüro DI Markus Zechner und dem Restauratorenteam um Restaurator Johannes Preis, wurde der Bestand der bis ins 15. Jahrhundert zurückreichenden Putze dokumentiert und deren Konservierung durch das auf den Ergebnissen beruhende Maßnahmenkonzept gesichert. Eine labortechnische Analyse der Befunde erfolgte im Amtslabor des Bundesdenkmalamtes in Wien. Einmal mehr konnte der zu Beginn der 90er Jahre heftig umstrittene Befund bestätigt werden, dass die Fassade weiss war, in Kalk gefasst.
Die Zementputze wurden nach vorhergegangenen Probefreilegungen vorsichtig entfernt, wodurch die besondere Situation einer freiliegenden (einsichtigen) Mauerstruktur gegeben war, die eine exakte baugenetische Dokumentation erlaubte.
Neben Zäsuren von unterschiedlichen Aufstockungsphasen und sekundären Vermauerungen zeichneten sich ehemalige Grabendachfirste und Maueröffnungen ab.
Im Zuge eines Kolloquiums wurden die neuen Erkenntnisse zur Baugeschichte der Festung mit Wissenschaftlern diskutiert, die seit Jahren mit der baugeschichtlichen Entwicklung der Festung Hohensalzburg befasst sind.
Das Restaurierziel, eine homogene und denkmaladäquate Fassadenfläche zu gewinnen, wurde mit der Neuverputzung aus Kalkputz im Bereich der ehemaligen Zementputzflächen sowie mit der Konservierung, Festigung und Restaurierung der historischen Putze und dem Aufbringen einer schützenden Kalkschlämme erzielt.
Die Projektkoordination durch Dr. Hermann Fuchsberger trug wesentlich zur konstruktiven Zusammenarbeit zwischen der Festungsverwaltung, dem Landeskonservatorat für Salzburg, dem Landeshochbauamt, den Bauforschern, den Restauratoren und der Baufirma bei und ermöglichte die Durchführung der Maßnahmen auf enstprechendem Qualitätsniveau und im vorgegebenen Zeitrahmen. Dadurch wurde auch der weitere Weg für die 2007 bis 2009 geplanten Restaurierungsetappen geebnet.
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