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Der Brecher Buchleiten - ein Herzstück der Landesausstellung "Kohle und Dampf"

Brecher Buchleiten

Leere Hunte wurden mit dieser Vorrichtung hinausgeschoben.

Pausenraum

Originale Eisensprossenkonstruktionen der Fenster

Dieses Gebäude spricht für sich - so der Eindruck vieler Besucher bei der Eröffnung der Ausstellung. Als eindrucksvolles Industriedenkmal ist es unverändert erhalten und dokumentiert Maschinen und Arbeitsweise des Kohlebergbaus.

1926 wurde der Brecher Buchleiten als monumentaler Stahlbetonskelettbau von der Wolfsegg-Traunthaler Kohlewerks-AG zusammen mit der Zentralsortierung errichtet.

Anfänge des Stahlbetonbaus
Die Bauweise aus Stahlbeton wurde von Frankreich ausgehend, im 3. Viertel des 19. Jahrhunderts entwickelt und kam im deutschsprachigen Raum erst Anfang des 20. Jahrhunderts zum Einsatz. Somit ist der Brecher Buchleiten ein frühes und anschauliches Beispiel dieser Bauweise. Er repräsentiert zudem einen seltenen Vertreter einer bergbau-technischen Einrichtung dieser Zeit in Österreich, welche die Möglichkeiten der Automatisierung des Produktionsablaufs im Bergbau dokumentiert.

Imposanter Baukomplex
Der viergeschoßige Baukörper mit den aus dem Sezessionismus entwickelten expressionistischen Zügen prägt das Ortsbild von Ampflwang.
Die Fassade ist in drei Geschoßen durch breite Mauerpfeiler, die jeweils über den Fenstern des dritten Geschosses durch einen flachen Giebel miteinander verbunden werden, gegliedert. Darüber setzt ein weit vorkragendes, umlaufendes Gesims an..
Eine vierläufige gleichsinnige Treppe aus genieteter Eisenkonstruktion erschließt die vier Geschoße. Ohne Zwischendecke schließt an das vierte Geschoß die genietete Eisenfachwerkkonstruktion des Dachstuhls an.

Förderbänder, Schienen, Hunte
Die ebenerdigen weitläufigen Hallen sind mit original erhaltenen Maschinen eingerichtet, die zur Weiterverarbeitung der Kohle dienten. Sie wurde über umlaufende Förderbänder transportiert. Ebenfalls zum Transport verlaufen entlang der Flurdecken Schienen. Die mittig gelegene ehemalige Werkstatt zeichnet sich durch eine verputzte Stahlbetonskelettstruktur aus. Eine weitere Halle mit zarten Stahlstützen ist ebenfalls durch die Stahlbetonskelettprofile betont. Über zwei Stockwerke verteilt ist die Schaltzentrale zur Steuerung der Maschinerie. Sie wird durch eine im Antritt gewendelte einläufige Treppe mit Eisengeländer erschlossen. Das zweite Geschoß enthält Maschinen zur Weiterverarbeitung der Kohle. Im dritten Geschoß befindet sich der Kohlebrecher.
Ein überdachter Anbau über mächtigen Pfeilerstützen schließt an das Hauptgebäude an und bildet eine Verbindungsbrücke zur Geländekante des rückwärtigen Berges. Das breites Segmentbogenportal weist die Jahreszahl der Errichtung des Bauwerks 1926 und ein Bergwerkszeichen auf.
Über den Anbau erfolgte die Anlieferung der Kohle. Die Hunte wurden vom Kohlebergwerk im dahinter liegenden Berg direkt in das oberste Geschoss des Gebäudes transportiert.
Die Kohle wurde von den Hunten abgeladen und über Schächte in den darunter liegenden Brecher befördert.
Ein Blick in den Pausenraum öffnet ein Fenster in die Arbeitswelt der Bergarbeiter.

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