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"Kohle und Dampf"
im ältesten Stahlbetonskelettbau

Förderturm

Stahlbetonträger waren 1926 technologisches Neuland

Treppe vom Kohlenbunker zur Kohlensortierung

Auf Ebene 4 wurde die Kohle verteilt

Große Halle zur Sortierung der Kohle

 Auf Ebene 3 befand sich die zentrale Steuerungsanlage

Die ehemalige Zentralsortierungsanlage der Wolfsegg-Traunthaler Kohlenwerks-AG wurde für die oberösterreichische Landesausstellung 2006 „Kohle und Dampf“ adaptiert.

Die das Ortsbild von Ampflwang prägende Zentralsortierungsanlage ist ein markantes Denkmal der Industriegeschichte dieser Region. In den 1920er Jahren des vorigen Jahrhunderts gehörte sie zu den modernsten Bergbauanlagen ihrer Zeit.

Bergbau seit dem 18. Jahrhundert

Die Anfänge des Kohlebergbaus im Hausruck reichen zurück in die sechziger Jahre des 18. Jahrhunderts. 1785 ließ das Ärar in Kohlgrube bei Wolfsegg den ersten Stollen aufschlagen, 1800 förderten hier 170 Bergleute 2800 Tonnen Braunkohle. 1855 erfolgte der Zusammenschluss der von Baron Rothschild und dem Industriellen Alois Miesbach gegründeten Traunthaler Gewerkschaft mit der von Graf St. Julien-Wallsee ins Leben gerufenen Wolfsegger Gewerkschaft zur Wolfsegg-Traunthaler Kohlewerks- und Eisenbahngesellschaft. Die selbständige Führung des Ost- und Westreviers wurde beibehalten. Der Abbau erfolgte als Bruchbau ohne Versatz.
1872 übernahmen der Steyrer Waffenfabrikant Josef Werndl und Georg Ritter von Aichinger das Unternehmen. 1911 wechselte der Bergbaubetrieb in den Besitz der neu konstituierten Wolfsegg-Traunthaler Kohlenwerks-AG, die weitere Grubenfelder im ertragreichen Bereich Ampflwang erschloss. Die zwanziger Jahre des 20. Jahrhunderts waren durch rege Investitionstätigkeit gekennzeichnet. 1926 wurde der Bau einer Zentralsortierung und Transformatorenstation in Ampflwang genehmigt. Anfang der 1960er Jahre wurden jedoch aufgrund des Verdrängungswettbewerbs gegen die Energiegewinnung mit Erdöl viele Gruben stillgelegt und die Förderung auf das Westrevier konzentriert. Im Februar 1992 kam es zur endgültigen Stilllegung des Betriebs als letztem untertägigem Braunkohlebergbau Mitteleuropas.

Arbeit im Kohlebergwerk

Für das Hausruckviertel hatte das Kohlebergwerk lange Zeit eine wichtige soziale Bedeutung, da bereits in den 1930er Jahren 2000 Bergleute im Werk beschäftigt waren. Somit war das Werk wirtschaftlich jahrzehntelang auf das Engste mit der Region verbunden. Im Jahr 1955 stieg die Zahl der Arbeiter bereits auf 3000 Personen an und erstmals wurde mehr als eine Million Tonnen Kohle gefördert. Industrie und Eisenbahn waren die wichtigsten Abnehmer für Kohle, denn bis in die 1920er Jahre blieb Kohle die industrielle Energiebasis. Das Hausruckviertel gehörte seit der 2. Hälfte des 18. Jahrhunderts zu den wichtigsten Braunkohlelieferanten Österreichs. Die Wolfsegg-Traunthaler Kohlenwerks-AG in Ampflwang zählte zu den größten Betrieben ihrer Art in der Region.

Ältester Stahlbetonskelettbau

Die Zentralsortierungsanlage konnte als wesentlicher baulicher Bestandteil der Betriebsanlage in ihrer ursprünglichen Form und mit großen Teilen der originalen Ausstattung bewahrt werden. Sie steht stellvertretend für die Industriearchitektur der 1920er Jahre und ist nach dem derzeitigen Forschungsstand der älteste Stahlbetonskelettbau in dieser Größe in Österreich.

Brecher Buchleiten - ein Herzstück der Landesaustellung
 

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