Themen
Aktuelles
Die Kultur der Prävention
Ein Informations- und Präventionsfolder zum Schutz vor Kulturgutdelikten
Der eiserne Brunnen in Bruck a.d.MurEin bedeutendes Zeugnis früher Schmiedeeisenkunst in der Steiermark.

Die Details lassen sich nach Abnahme der Altanstriche wieder gut erkennen. © Schwarzkogler

Historische Ansicht der Brunnenlaube. ©Kastner, Schmiedehandwerk im Barock, 1975.

Die Aufnahme zeigt einen Ausschnitt der Laube im Frühjahr 2006 vor ihrem letzten Anstrich.

Detail am unteren Brüstungsgitter mit Bezeichnung und Datierung 1693. © Schwarzkogler
Er gilt als einer der bedeutendsten schmiedeeisernen Brunnen in der Steiermark.
Seit dem 17. Jahrhundert steht er auf dem Brucker Koloman-Wallisch Platz und wurde nun im Zuge dessen Neugestaltung genau befundet (Mag. Krehon) und anschließend restauriert (Mag. Schwarzkogler). Der Brunnen besteht aus einem steinernen Becken mit einem umlaufenden schmiedeisernen Aufsatzgitter und einer oberen schmiedeeisernen Laube, die in annähernd halbkugeliger Form auf vier Stehern über dem Brunnen angebracht ist.
Aufgrund des relativ guten Erhaltungszustandes war bei der Restaurierung die Erhaltung der Schmiedeeisensubstanz vorrangig, d.h. das Eisen muss korrosionsgeschützt sein und die Schmiedearbeit in all ihren Details wieder lesbar gemacht werden. Da der Brunnen in der Vergangenheit etliche Male saniert und immer wieder schwarz überstrichen wurde, waren die Fassungen vergraut und dick überpappt, so dass die feinen Punzierungen der qualitativ sehr hochwertigen Schmiedearbeiten nicht mehr erkennbar waren. Die Fassungen waren stark rostunterwandert und stellenweise abgeplatzt. Etliche Teile fehlten, zahlreiche waren deformiert, wie z.B fast alle Spindelblumen.
Bei der im chemischen Labor der Restaurierwerkstätten des BDA durchgeführten Untersuchung wurde keine farbliche Differenzierung der Eisenteile festgestellt. Die zu erwartende Polychromie konnte daher nicht bestätigt werden, auch bei den Restaurierungsmaßnahmen selbst wurden dazu keine weiteren Erkenntnisse gewonnen.
Die Altanstriche wurden im Oberflächen schonenden Freistrahlverfahren mit mildem organischem Strahlgut entfernt, ohne die empfindliche Schmiedehaut zu verletzen. Alle Teile wurden handentrostet, fehlende Zierelemente ergänzt, abgerostete Nieten ersetzt, Deformierungen ausgerichtet.
Die Eisenteile wurden mit aktivem Korrosionsschutz geschützt. Auf eine zweifache Miniumgrundierung, in Leinöl gebunden, wurde ein zweifacher schwarzer Deckanstrich ebenfalls auf Leinölbasis gesetzt. Die Anstriche erfolgten händisch.
Im April 2006, vor Eröffnung der diesjährigen steirischen Landesausstellung in Bruck a.d. Mur wird über die Fassung der Abschlussfirnis gelegt.
Druckversion

