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Eisen Haus trifft Blaue Blase in GrazAlte Bauten-Neue Nutzung

Ansicht "Eisernes Haus" und Kunsthaus von der Murbrücke nach der Fertigstellung 2003. © Zechner

Durch den Fund der "Polyhymnia" erhielt das Kunsthaus auf überraschende Weise einen Muse der Künste! © Zechner

Abnahme des Lackschichtpaketes von der Außenfassade mit Nadelentrostern. © Zechner

Konservierte Innenfassade im neuen Ausstellungsraum des zweiten Obergeschosses. © Zechner

Inneres im Erdgeschoss mit Blickrichtung Westen. © Zechner

Bauzustand vor Projektbeginn 2000. Die äußere Form entstammt den Umbauten zu einem Warenhaus um1950. © Zechner

Eisernes Haus um 1848 aus "Die Grazer Ansichten des Johann Vincenz Reim"
Das Kunsthaus erfüllt die Funktion eines multidisziplinären Ausstellungszentrums für zeitgenössische Kunst, Fotographie und Medien. Der denkmalgeschützte Bestand des „Eisernen Hauses“ wurde in das Gesamtkonzept integriert. Das Gusseisengeschoss ist heute wieder erlebbar und bietet einen bemerkenswerten Ausblick auf das historische Zentrum von Graz.
1998 fiel in der Grazer Stadtregierung die Entscheidung, das Kunsthaus im Bereich Lendkai - Südtirolerplatz zu installieren und damit eine Aufwertung des Quartiers zu bewirken. Das am Bauplatz befindliche „Eiserne Haus“ sollte als integrativer Bestandteil in die Objektplanung miteinbezogen werden. Nach der Kür des Siegerprojektes „a friendly alien“ des Londoner Teams Spacelab - Cook/ Fournier - wurde eine umfassende bauhistorische Untersuchung am Bestandsobjekt für eine verantwortungsvolle Detailplanung erforderlich. Ziel war es, eine große Informationsdichte über Geschichte, Konstruktion und den Erhaltungszustand des oftmals umgestalteten Gebäudes zu erlangen, um den Bestand nach konservatorischen Anforderungen zu sichern und in das Gesamtkonzept des neuen Kunsthauses zu integrieren.
Baugeschichtlicher Überblick
Die Grundvoraussetzungen für den Bau des „Eisernen Hauses“ in den Jahren 1846-1848 wurde bereits 1827 geschaffen, als ein Hochwasser die hölzerne Hauptbrücke und die direkt am Murufer gelegene Häuserzeile schwer beschädigte und eine neue Bebauung gefordert war. Der Architekt Josef Benedict Withalm entwarf den später als „Eisernes Haus“ bekannten Bau mit einer innovativen Mischung aus Vergnügungsstätte, Kaufhaus, Wohnungen und Café. Das „Eiserne Haus“ war ursprünglich als zweigeschossiger, verglaster Gusseisenskelettbau konzipiert, ausgeführt wurde nur das Obergeschoss in Gusseisen. Die Gusseisenfassade ruht auf Sandsteinstützen, die durch Ziegelbögen und Ziegelausfachungen ausgesteift werden.
Sanierung
Gemeinsam mit Denkmalschutz und Planung wurde festgelegt, alle intakten und schützenswerten Bauteile in ihrem Originalbestand zu belassen und alle übrigen, später zugefügten und mangelhaften Bereiche abzutragen. Mit Hilfe der Bauanalyse wurde klar, dass nur die Süd- und Ostfassade als Teil des Originalbestandes von 1848 erhalten geblieben sind. Man errichtete ein Stützgerüst aus Stahlträgern, welches gleichzeitig den Restauratoren als Arbeitsfläche diente. Im Zuge der Untersuchungen wurde in einer verblendeten Nische an der Südfassade eine verschollen geglaubte, gusseiserne Figur „Polyhymnia“ aus der Erbauungszeit entdeckt.
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