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Der Spiegelkogel in St. Nikolai i. SausalEine weihnachtliche Rettungsgrabung

Planierung am Plateau – Gefahr im Verzug! © Fuchs

Fragment eines Tonlöffels. © Fuchs

Randstück eines Knickwandgefäßes mit linear angeordnetem Kerbmuster.© Fuchs

Anhänger aus Stein. © Fuchs

Flachbeil aus Amphibolit in Fundlage. © Fuchs
Bei einer Notgrabung auf dem Spiegelkogel in der Weststeiermark wurden Reste einer Siedlung der Kupferzeit (spätes 5./frühes 4. Jahrtausend v. Chr.) und der Urnenfelderzeit (13.-9. Jahrhundert v. Chr.) freigelegt.
In der Weststeiermark liegt südlich des Laßnitztals eine herausragende Hügelkuppe mit weiter Fernsicht und ausgedehnten Weingärten an den Abhängen: der Spiegelkogel.
Durch aufgesammelte Funde ist hier seit langem eine urgeschichtliche Höhensiedlung der Jungsteinzeit/Kupferzeit (spätes 5./frühes 4. Jahrtausend v. Chr.) und der Urnenfelderzeit (13.-9. Jahrhundert v. Chr.) bekannt. Das Plateau war ursprünglich auf allen Seiten von Hangversteilungen umgeben, darunter liegt eine breite Terrasse, die im Norden und Westen noch erhalten ist. Am Nordwestrand des Plateaus sind Spuren einer Befestigung erkennbar.
Die nicht nur für eine frühe Siedlung, sondern auch für den Weinbau günstige Lage wäre der archäologischen Fundstelle am Plateau des Spiegelkogels zu Weihnachten 2004 fast zum Verhängnis geworden. Ein Weingarten war geplant, die Bagger bereits vorgefahren. Das BDA wurde am Heiligen Abend 2004 aktiv, besichtigte die Fundstelle und informierte die Grundeigentümer. Diese waren aufgeschlossen und gesprächsbereit, stimmten der Grabung zu und verzichteten sogar auf die geplante Geländeveränderung. Teilweise wurde sogar eine Rückführung in den vorherigen Zustand vorgenommen, an deren Kosten sich das BDA beteiligte.
Unter einem nur mehr in geringen Resten erhaltenen Siedlungsobjekt der Urnenfelderzeit kam ein größeres Gebäude aus der Kupferzeit zu Tage, für welches man das ursprüngliche Gelände terrassiert hatte. Hier waren die Kulturschichten bis 1 m mächtig. Charakteristisch sind die Tonlöffel und die vielfach verzierten Keramikgefäße dieser ersten über weitere Bereiche der Steiermark verbreiteten bäuerlichen Kultur, die nach einem Fundort in Kroatien Lasinja-Kultur genannt wird.
Das Steingeräte-Inventar umfasst Flachbeile, Bohrkerne, Silex („Feuerstein“)-Abschläge, Schleifsteine aus Sandstein und Fragmente von Reibplatten sowie Klopfsteine. Als Besonderheit kann ein Anhänger aus Stein gelten.
Das archäologische Fundmaterial ist reichhaltig, typenreich und von hoher Qualität – daraus ergeben sich gute Chancen für die Auswertung und Interpretation. Zugleich tragen die neuen Kenntnisse dazu bei, die Bedeutung der erfreulicherweise auch als Geländedenkmal bewahrten urgeschichtlichen Höhensiedlung am Spiegelkogel genauer zu erfassen.
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