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Mozartjahr 2006 in SalzburgAnlass für zahlreiche Restauriervorhaben

Mozarts Geburtshaus in der Salzburger Getreidegasse

 

Die Mozartstatue auf dem Mozartplatz in der Salzburger Altstadt

Die Mozartbüste auf dem Kapuzinerberg vor ihrer Restaurierung.

 

Mozartbüste

Die Mozartbüste am Kapuzinerberg nach der Restaurierung (Foto: Ing. Petri)

Das Jahr 2006 steht in der Stadt Salzburg ganz im Zeichen von Wolfgang Amadeus Mozart, dessen 250. Geburtstag am 27. Jänner begangen wurde. Das Landeskonservatorat für Salzburg trägt diesem Jubiläum mit zahlreichen Beiträgen für Restaurierungen Rechnung.

Die Mozartstatue am Mozartplatz, Mozarts Geburtshaus in der Getreidegasse und die Mozartbüste am Kapuzinerberg sind drei der prominentesten Beispiele.

Restaurierung des Mozartdenkmals auf dem Mozartplatz

Bereits im vergangenen Jahr wurde das Mozartdenkmal vor dem Neugebäude der Residenz restauriert. Die vom Münchner Bildhauer Ludwig von Schwanthaler geschaffene und von Johann Baptist Stiglmayr in München gegossene Bronzestatue war am 4. September 1842 am damaligen Michaeler-Platz – er wurde erst einige Jahre später in Mozartplatz umbenannt – enthüllt worden. Von einem privaten Komitee aus Salzburger Bürgern initiiert, stellte die Errichtung dieses Denkmals einen Meilenstein für das erwachende Selbstbewusstsein des liberalen Bürgertums in Salzburg dar, das seit der Zeit Mozarts einen Niedergang von der fürsterzbischöflichen Hof- und Residenzstadt zu einer oberösterreichischen Provinzstadt erlebt hatte.

Das Denkmal wurde rasch zu einem Brennpunkt für den beginnenden „Mozartkult“ in Salzburg, der für die Stadt im Laufe der Jahre zu einem wichtigen Wirtschaftsfaktor geworden ist.

Seit ihrer Enthüllung wurde die imposante Statue – sie misst mitsamt ihrem Sockel aus Untersberger Marmor fast 7m –noch keiner umfassenden Restaurierung unterzogen und wies entsprechend erhebliche Verschmutzungen und Versinterungen an der Oberfläche auf, die optisch-ästhetisch eine Beeinträchtigung darstellten. Fachlich begleitet von den Experten der Restaurierwerkstätten Kunstdenkmalpflege des Bundesdenkmalamtes führten die beiden Diplom-Restauratorinnen Cornelia Höhne und Mag. Monika Riemer nach eingehenden Analysen von August bis Oktober 2006 die notwendigen Reinigungs-, Restaurierungs- und Konservierungsmaßnahmen durch.

In Auftrag gegeben wurde die vom Bundesdenkmalamt geförderte Restaurierung von der Stadt Salzburg, in deren Eigentum sich das Mozart-Denkmal befindet. Für die spezielle Einhausung des Denkmals während der Restaurierung konnte als Sponsor die Salzburger Sparkasse gewonnen werden.


Neuer Glanz für Mozarts Geburtshaus

Ebenfalls bereits 2005 wurde die Fassade von Mozarts Geburtshaus (Getreidegasse 9) in der Salzburger Altstadt saniert. In diesem Haus, das damals dem Salzburger Händler Johann Hagenauer gehörte, lebte die Familie Mozart von 1747 an 26 Jahre, hier kamen Wolfgang Amadeus und seine Schwester Nannerl zur Welt.

Das Gebäude befindet sich heute im Besitz der Internationalen Stiftung Mozarteum und beherbergt in mehreren Stockwerken ein Mozart-Museum mit Originalinstrumenten des Komponisten, Portraits und Mobiliar aus der Zeit Mozarts.

Die Rokoko-Fassade, wie sie zur Zeit Mozarts bestand und an der Universitätsplatz-Seite des Hauses noch erhalten ist, wurde getreidegassenseitig schon im 2. Viertel des 19. Jahrhunderts durch eine neue klassizistische Fassadengestaltung ersetzt. Die heutige Ansicht an der Getreidegasse ist für Millionen Touristen zu einem Markenzeichen für die Mozartstadt Salzburg geworden.

Die Fassade wurde mit Unterstützung des Bundesdenkmalamtes in Kalktechnik ausgebessert und mit einem Kalkanstrich versehen. Das Haupteingangsportal aus Marmor war bereits vor drei Jahren restauriert worden.

Mozartbüste am Kapuzinerberg

Abgeschlossen wurde inzwischen auch die Restaurierung der Mozartbüste am Kapuzinerberg.

Diese Bronzebüste befindet sich in der Nähe des Klostergartens der Kapuziner auf einer Wiese hinter dem Tor zum Kapuzinerbergrundweg und wurde – so die am Sockel angebrachte Widmungstafel - von der Familie des Freiherrn von Schwarz gestiftet.
Geschaffen wurde die Büste von Edmund Hellmer (1850 Wien - 1935 ebendort), der als Schöpfer der Brunnen-Skulptur "Macht zu Lande" am Michaelertrakt der Wiener Hofburg (1897) und des berühmten Denkmals für Johann Strauß Sohn im Wiener Stadtpark (1921) bekannt ist. Salzburg verdankt Hellmer neben der Mozartbüste noch eine Statue Mozarts als Apollo Musagetes (im Mozarteum) sowie die Sissi-Statue (enthüllt 1901), die sich seit einigen Jahren wieder am Salzburger Bahnhofsvorplatz befindet.

Die Mozartbüste wurde 1881 im Zusammenhang mit der Übertragung des sog. Zauberflötenhäuschens von Wien nach Salzburg errichtet. In diesem Gartenhaus, das ursprünglich in der Wieden in Wien stand, soll Mozart Teile der „Zauberflöte“ komponiert haben – angeblich schloss ihn der Librettist Emanuel Schikaneder dort ein, um eine termingerechte Fertigstellung der Oper zu erzwingen.

Nachdem Fürst Starhemberg das Holzhäuschen 1873 der Stiftung Mozarteum geschenkt hatte, wurde es zunächst im Zwerglgarten beim Schloss Mirabell aufgestellt und fand 1877 am Kapuzinerberg seinen neuen Standort. Vor dem Häuschen wurde die Mozartbüste aufgestellt.

Das Zauberflötenhäuschen übertrag man 1950, nachdem es im Zweiten Weltkrieg schwer beschädigt worden war, in den Bastionsgarten hinter dem Mozarteum – die Mozartbüste verblieb am Kapuzinerberg.

Die Restaurierung dieses Mozartdenkmals wurde im Einvernehmen zwischen dem Landeskonservatorat für Salzburg und der Stadt Salzburg, die auch Eigentümerin dieser Statue ist, durchgeführt. Die Restaurierung der Büste konnte im Juni 2006 mit großzügiger Unterstützung durch den Verein der Freunde der Salzburger Festspiele abgeschlossen werden. 

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