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Die Kultur der Prävention
Ein Informations- und Präventionsfolder zum Schutz vor Kulturgutdelikten
Spitz a.d.Donau,Pfarrkirchegotische Apostelskulpturen der Orgelempore um 1420
Ein Restaurierprojekt der Restaurierwerkstätten Kunstdenkmale seit 2002

Apostelfigur, Detail, nach Restaurierung

Pfarrkirche Spitz, NÖ., Orgelempore

Nach Restaurierung

Nach Nachfreilegung und Fehlstellenkittung
Parallel zur Präsentation des Restaurierprojektes „frühgotische Apostelskulpturen aus der Pfarrkirche Hl. Mauritius in Spitz“ im Diözesanmuseum St. Pölten 2005 kann Bilanz über den Stand der Arbeiten gezogen werden.
1. Bedeutung und Problemstellung
Der Apostelzyklus der Orgelempore ist das bedeutendste Beispiel dieser Art in Österreich aus der Zeit um 1400. Seine vollzählige Erhaltung und die in weiten Bereichen erhaltenen historischen Farbfassungen unterstreichen die Bedeutung dieser besten mittelalterlichen Bildwerke, die sich in der Wachau erhalten haben.
Fast 50 Jahre nach der letzten Restaurierung durch die Amtswerkstätten (1956/57) war, im Einvernehmen mit dem Landeskonservator für NÖ, eine Nachkonservierung überfällig: starke Staub und Schmutzablagerungen gefährden die Farbfassung, Klimaeinflüsse haben zu Lockerungen einzelner Farbschichten geführt. Der Holzzustand ist zu kontrollieren. Zudem sind ältere Restauriereingriffe kritisch zu überprüfen und nach heutigem Stand von Wissen und Technik zu verbessern, um dem hohen Stellenwert dieser Kunstwerke zu entsprechen.
2. Restaurierkonzept
Nach eingehenden Voruntersuchungen, Laboranalysen und Arbeitsproben wurde ein Restaurierkonzept erstellt, das alle neuen Schäden beheben und über die sorgfältige Reinigung hinaus die teilweise sehr großzügige Freilegung (viele Übermalungsreste) verbessern soll: Fassungskonservierung, vorsichtige Schmutzreinigung, Skalpellabnahme der Überfassungsreste, Nachkittung und Nachretusche der Fehlstellen sowie Schutzüberzug.
3. Aufwands- und Kostenkalkulation
Nach einer Musterarbeit an den ersten beiden Figuren wurde zur vergleichenden Überprüfung von Maßnahmen und Kosten ein Kalkulationsschlüssel für die weiteren Figuren erstellt, der folgende Parameter berücksichtigt :
• die tatsächlich zu bearbeitende Oberfläche der dreidimensionalen Skulptur (errechnet wurden bisher von 94 bis 100 dm² variierende Größen).
• Der Arbeitsaufwand für Detailflächenformen (Inkarnate, Haare, Mantel und Kleid) wird nach Vorzustand, Schwierigkeitsgrad und angestrebtem Ergebnis berechnet. Für 1 dm² bearbeitete Fläche wurden Unterschiede an aufzuwendender Arbeitszeit zwischen 1,5 und 5,5 Stunden ermittelt.
• Auf die Gesamtfläche umgelegt, ergeben sich daraus je nach Figur Durchschnittswerte
zwischen 1,48-2,29 Stunden pro Quadratdezimeter.
Die Erhaltungszustände der Figuren schwanken, es kann nicht von „Einheitswerten“ ausgegangen werden, sondern der notwendige Arbeitsaufwand ist für jede Skulptur einzeln zu beurteilen.
4. Kosten
Die Gesamtkosten je Figur setzen sich wie folgt zusammen:
• Die Honorare der freiberuflichen Fassungsrestauratorinnen richten sich nur nach erforderlichem Zeitaufwand für die Restaurierung der Farbfassungen.
• Alle Nebenkosten ( als Eigenleistung des BDA bezeichnet) betreffen zusätzliche Leistungen Amtsangestellter (Bildhauer, Tischler etc.), Laboranalysen, Fotodokumentation, Fachbetreuung, Atelierkosten, Material, Transporte etc.
Daraus ergeben sich:
A. Gesamtkosten von € 100.605 .-
B. Finanzierung und Eigenleistungen BDA von € 58.605 .-
C. Noch offener Finanzierungsbedarf (Pfarre, Diözese, Land) von € 42.000 .-
Hiervon übernimmt die Pfarre mit € 13.000.- die Kosten für die Restaurierung zweier Skulpturen.
Wer sich durch eine Spende an der Ermöglichung der Restaurierung beteiligen möchte:
An das BDA, Konto: PSK, BLZ 60000, KtNr. 5031050 (mit 50%iger Steuerabsetzbarkeit) mit dem Vermerk: „vorgeschlagen für Apostelfiguren der Pfarrkirche Spitz, NÖ".
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