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Grazer Herz Jesu Kirche

Die Kirche nach erfolgter Renovierung des Turmes und der Westfassade.

Schadenserhebung an der Sichtziegelfassade. © Büro Zechner

Die Kirche ragt trotz Gerüst stolz in die Höhe.

Die betroffenen Steinteile werden gesichert, gereinigt und gefestigt. © Büro Zechner

Ein restaurierter Dachspeier wagt den Blick zu Boden. © Büro Zechner

Gelungener Renovierungsabschnitt

Noch im Frühjahr drohte die Gefahr herabstürzender Stein- und Ziegelteile mit Bruchstücken bis zu 25 kg, jetzt ragen der Turm und die Westfassade der Grazer Herz Jesu Kirche wieder majestätisch in den Himmel. Der erste und zweite Bauabschnitt der Außenrenovierung verlief erfolgreich und unfallfrei. Unter Einhaltung des Kostenrahmens von 900.000 € konnten die Renovierungsarbeiten am Glockenturm (Bauabschnitt I.) und an der Westfassade mit dem Nordturm (Bauabschnitt II.) abgeschlossen werden. Die Einrüstung erfolgte Ende April 2004 und das Gerüst gab Gelegenheit den Zustand der 109,60 Meter hohen neugotischen Kirche genau zu prüfen. In dieser Schwindel erregenden Höhe werkten in den letzten Monaten die Spezialisten, allen voran Steinrestauratoren und Experten für Ziegelfassaden. Insgesamt waren zwölf verschiedene Firmen mit rund 60 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Einsatz. Auf die Erhaltung der alten Substanz wurde größter Wert gelegt.
Die Schadenszonen und -ursachen waren dramatischer als ursprünglich angenommen. Verschiebungen im Bereich der Fensteröffnungen wiesen auf verstärkten Wassereintritt und damit auf zusammenhängende Quell- und Treibkräfte hin. Auch die Luftverschmutzung und allgemeine Erosion und Vergipsung taten das Übrige: die Schäden zogen sich weit über den feingliederigen Fassadenschmuck.
Die Schäden an den Ziegeln reichten von leicht abgewitterten Oberflächen über Verkrustungen, Schollenbildungen, massiven Oberflächenverlusten bis hin zu Fehlstellen, die einen Ziegelaustausch, bzw. -ersatz erforderlich machten.
Die in Form einer Schadenskartierung grafisch präsentierten Ergebnisse waren ein wesentliches Hilfsmittel für eine verantwortungsvolle Planung und Durchführung der Restaurierungsmaßnahmen.
Auch rostende Eisenteile mussten aus der Fassade herausgelöst werden um weitere Rostsprengungen vor allem an den Wasserspeiern zu vermeiden.
An der Turmuhr wurden das Zeigerwerk und die Zeigerlager repariert bzw. gereinigt, das Ziffernblatt neu gefasst und die Uhrzeiger neu vergoldet. Eine zeitgemäße Blitzschutzanlage sowie ein wirksamer Taubenschutz wurden angebracht.
Die behutsamen Ergänzungsmaßnahmen und der sensible Umgang mit der vorhandenen Substanz gewährleisteten, dass dieser bedeutende Sakralbau des Historismus in der Steiermark als Gesamtkunstwerk unbeschadet erhalten geblieben ist. So sieht man der Fortsetzung der Arbeiten an der Süd-, Nord- und Ostfassade (Bauabschnitt III.) im Jahr 2005 optimistisch entgegen.


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