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Pfarrkirche Hl. Martin in Riegersburg, Steiermark

Der Turm nach Sanierung.

Eine akrobatische Meisterleistung der Handwerker.

Blick auf die Pfarrkirche von der Anhöhe der Riegersburg.

Das Turmkreuz vor der Blattvergoldung.

Eine akrobatische Meisterleistung war bei der gerüstlosen Turmrenovierung des Kirchturmes in Riegersburg notwendig.

Die an der Neueindeckung beteiligten Zimmermeister, Spengler und Maurer arbeiteten, wie an Felswänden, mit Seilen gesichert, in luftiger Höhe.
Nun erstrahlt die barocke Turmzwiebel wieder in neuem Glanz. Das im Krieg aufgebrachte, schon sehr schadhafte, verzinkte und rot gestrichene Eisenblech, vermutlich aus dem zweiten Weltkrieg, wurde entfernt. Darunter fanden sich Reste der ursprünglich barocken Kupferdeckung auf einer Bretterschalung. Eine neue Kupferdeckung konnte jetzt wieder hergestellt werden. Es ist überliefert, dass das Kupfer der ursprünglichen Deckung in Kriegszeiten als Munition Verwendung fand.
Der zwiebelförmige Helm der Pfarrkirche Riegersburg weist im Unterschied zu anderen Zwiebeltürmen einige Besonderheiten auf: Verstärkte Gratausbildungen, Dachrinnen als Saumrinnen und Wasserspeier in Form von Tierköpfen an jeder Turmecke sind ungewöhnliche Details für diese Region. So sind die acht Grate durch aufgesetzte Profilbleche besonders betont. Die Zwiebel wirkt – eine optische Täuschung - dadurch „dicker“. Im unteren Helmdrittel leiten die acht Zierprofile vom Achteck der Zwiebel zum Quadrat des Turmgrundrisses über und zugleich auch das Regenwasser direkt zu den Wasserspeiern.
Nach ausführlichen Diskussionen über Kosten und Sinn dieser Ausführung wurde seitens des Bundesdenkmalamtes die Wiederherstellung der Zierprofile, Regenrinnen und Wasserspeier verlangt. Die Entscheidung wurde mit der Besonderheit dieser ungewöhnlichen Ausführung, mit dem überlieferten Erscheinungsbild und mit der sinnvollen Ableitung der Regenwässer begründet.
Die bekrönende Turmkugel in Form eines Eies mit einem Durchmesser von ca. 50 bis 70 cm - sitzt mit dem Kreuz auf dem durch den gesamten Dachstuhl führenden Helm- oder Kaiserstiel, das Zentrum der hölzernen Stuhlkonstruktion. Die Kugel wurde wieder mit Blattgold versehen. In ihr werden Urkunden von 1911 und neuerdings 2004 aufbewahrt. Das Kreuz darüber ist beweglich montiert und dreht sich im Wind. Kugel und Kreuz wurden kürzlich feierlich unter großer Anteilnahme der Bevölkerung wieder an ihren Platz gehievt.

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