Zur Navigation springen |Zum Inhalt springen
 
 

Archäologische Grabungen in Stift ReinDer Hof des Alten Konvents stand im Mittelpunkt des archäologischen Interesses.

Am Gemälde Amontes von 1752 ist die Lage des Brunnenhauses im Alten Konvent sichtbar.

Erster Aushub der Humusschicht.

Erste Umrisse von durch Kanalkünetten gestörten Mauerresten zeichnen sich ab.

Ein Teil der freigelegten Grundmauern des gotischen Brunnenhauses.

Bleispund zum Verschluss einer Wasseraustrittsöffnung.

Im Rahmen der Stiftsführungen wurde die jüngste Grabung als „Schaugrabung“ durchgeführt und die zahlreichen, interessierten Besucher konnten über die Aufgabenbereiche der Bodendenkmalpflege informiert werden. Kost und Logis für die großteils freiwilligen Mitarbeiter wurden vom Stift großzügig zur Verfügung gestellt.

Der Hof stellt einen für die Geschichte des Stifts wesentlichen Bauteil dar. Die Grabungen fanden beim Anschluss des östlichen Kreuzgangs an die Stiftskirche und im Bereich des vermuteten mittelalterlichen Brunnenhauses statt, dessen Lage bislang als ungesichert galt oder lediglich in Vermutungen wie „im Süden der Kirche“ Ausdruck fand. Die diesjährigen Grabungen haben gezeigt, dass das gotische Brunnenhaus fast mittig, nur leicht nach Osten verschoben war und am südlichen Kreuzgang lag, das romanische Brunnenhaus dagegen fand sich vermutlich etwas weiter westlich. An der südlichen Hofmauer wurde ein etwa 6 mal 9 m messender Schnitt angelegt. Nach Abhub einer Humusschicht mit etlichen neuzeitlichen und rezenten Befunden zeigten sich tatsächlich die aus Kalkbruchsteinen mit Ziegelanteil aufgeführten Mörtelmauern des Brunnenhauses, eines polygonalen Baus mit 5/8–Schluss und (bislang zwei freigelegten) Strebepfeilern. Am Bodenniveau dieses vermutlich aus dem 14. Jahrhundert stammenden gotischen Brunnenhauses befinden sich Reste eines teilweise aus Spolien errichteten und mit Sinterablagerungen überzogenen Wasserbeckens mit Abflussrinne.
Bemerkenswert sind – neben wenigen Fragmenten von Keramik des 14./15. Jahrhunderts, Ziegeln und Verputzstücken mit roter Fugenmalerei – zwei längliche, etwa 5,5 bzw. 6,5 cm lange Bleispunde.
Die gesamte Grabungsfläche weist zahlreiche neuzeitliche Störungen wie Regenabflussrohre, Kanalschächte etc. auf.
Auf Wunsch des Stiftes sollen die archäologischen Grabungen 2005 durch das Institut für Archäologie der Universität Graz in Form einer Lehrgrabung weitergeführt werden.

Druckersymbol Druckversion