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Hallstattzeitliches Kreuzattachenbecken am Kulm bei Aigen im Ennstal, Steiermark
Sensationeller Fund aus einem bislang unbekannten Hügelgräberfeld.

Das bronzene Kreuzattaschenbecken (Gesamtansicht).

Das bronzene Kreuzattaschenbecken mit zwei halbkreisförmigen Bügelhenkeln. © Tropper

Kreuzattaschenbecken (Detail).

Kreuzförmig ausgebildete „Attasche“ mit flacher Ringöse. © Tropper

copyright ANISA F. Mandl

Ein erhaltener Grabhügel am Kulm.

copyright ANISA F. Mandl

Großteils freiwillige Helfer bei der Nachgrabung.

Am Kulm bei Aigen im Ennstal wurde ein Kreuzattaschenbecken aus dem 8./7. Jahrhundert v. Chr. gefunden.

Wie so oft in der Bodendenkmalpflege, ist der hier vorgestellte Neufund mit einem lachenden und einem weinenden Auge zu betrachten: Mit einem lachenden aufgrund der Qualität und Seltenheit des Bronzegefäßes, mit einem weinenden, da er aus einem erst vor wenigen Monaten durch den Bau eines Forstweges zerstörten Grabhügel stammt. Dieser Grabhügel gehört zu einem bis vor kurzem unbekannten inneralpinen Hügelgräberfeld an der Nordseite des isoliert im Ennstal aufragenden Kulm, auf dessen Gipfelplateau seit längerem eine zeitgleiche Siedlung belegt ist.
Der Dank gilt dem Grundeigentümer aus Hohenberg und den anderen Beteiligten, die das Bronzegefäß buchstäblich aus den Zähnen des Baggers gerettet haben.
Das sog. „ Kreuzattaschenbecken“ ist nahezu vollständig erhalten.
Das kalottenförmige Becken mit einem Durchmesser von etwa 28 – 29 cm ist am äußeren Beckenrand reichlich mit verschiedenen Zierbändern aus eingeritzten Strichgruppen (Dreiecke. Mäander und Zickzacklinien) geschmückt.
Das Becken besitzt vier einzelne, paarweise gegenüber liegende, außen am Gefäßkörper angenietete „Kreuzattaschen“ mit Öse. In den Ösen der Attaschen ist die Tragevorrichtung, zwei halbkreisförmige Bügelhenkel, eingehängt. Bis auf die Enden sind diese regelmäßig tordiert.
Derartige Kreuzattaschenbecken standen im 8./7. Jahrhundert v. Chr. in Verwendung und treten vorwiegend in den südöstlichen Alpenregionen auf, streuen westlich entlang der Donau über Süddeutschland bis Ostfrankreich und im Osten in den westungarischen bis böhmischen Raum. Aus der Steiermark waren bislang drei fragmentarisch erhaltene Gefäße und ein vollständiges Gefäß desselben Typus bekannt, der hier vorgestellte Neufund ist das bislang schönste Exemplar.

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