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Alte Universität in Graz

Großer Bibliothekssaal im 1. Obergeschoss, während der Restaurierung 2004.

Außenfassade vor der Restaurierung 2001.
Vom Speicher des Wissens zum Ort der Begegnung
Im ersten Grazer Universitätsgebäude, erbaut zwischen 1607 und 1609, verbirgt sich ein imposanter und prachtvoll ausgestatteter, barocker Bibliothekssaal. Derzeit werden eine umfassende Gesamtrestaurierung und eine Neunutzung als Veranstaltungsraum umgesetzt. Die Freilegung und Restaurierung der Malerei sowie der hölzernen, barocken Bibliothekseinrichtung, inklusive historischem Tafelparkettboden, stehen nun im Mittelpunkt der Adaptierungsmaßnahmen.
Bauhistorische Daten
Die ursprünglich als Jesuitenuniversität 1585 gegründete erste Universität in Graz war zunächst in den Kollegiumsräumen der Jesuiten (heute Priesterseminar) untergebracht. Von 1607-1609 wurde ein eigenes Universitätsgebäude errichtet, das im Wesentlichen bereits den heutigen Ausmaßen entsprochen hat und einen bedeutenden Bestandteil der „Stadtkrone von Graz“ darstellt.
In der Erdgeschosszone des „neuen“ Universitätsgebäudes waren die Hörsäle untergebracht, in denen unter anderem die Fächer Theologie, Metaphysik, Physik, Logik, und Rhetorik unterrichtet wurden. Im ersten Obergeschoss befanden sich hingegen eine große Aula für Festvorstellungen und Prämienverteilungen, und ein Theater als wesentliches Element jeder Jesuitenuniversität.
Die im Zuge der Bauforschung erlangten bauhistorischen Befunde lassen die Vermutung zu, dass bereits in der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts erste großräumige Umbauarbeiten stattgefunden haben. Nach der Aufhebung des Jesuitenordens im Jahr 1773 erfolgten entscheidende bauliche Maßnahmen nach Entwurf von Hofbaumeister Joseph Hueber. Diese schlossen den Umbau von Aula und Theater in einen beeindruckenden Bibliothekssaal und eine Neufassadierung des Universitätsgebäudes ein. Noch heute präsentiert sich das Gebäude großteils in der 1781 fertiggestellten Form und Ausstattung. Weitere bauliche Eingriffe wurden u.a. im Zuge der späteren Nutzung als Landesarchiv (1905-2000) sowie der Verwendung der Erdgeschossräume als Möbelgeschäft (bis 1964) durchgeführt, die auch eine - mittlerweile rückgeführte - Fassadenadaptierung mit sich brachte.
Sanierung
Das Projektteam hat sich zum Ziel gesetzt, die sich bietende Chance, den attraktiven historischen Bestand entsprechend in die Planung einzubinden und somit das Projekt, auch im Sinne der Denkmalpflege, um eine weitere Nuance zu bereichern.
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