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Flavia Solva - bemerkenswerte Grabungsergebnisse in der einzigen Römerstadt innerhalb der heutigen SteiermarkIn einer Probearbeit gelang die Restaurierung römischer Wandmalereien

Fundstücke im Übergabezustand als schönes Beispiel einer floralen Wandmalerei des späteren zweiten nachchristlichen Jahrhunderts. © R. Fürhacker, W. Schnabl

Fragmente in Papiermaschee eingebettet. © R. Fürhacker und W. Schnabl

Festigung der Bruchkanten der Putzschichten mit wässriger Acrylatdispersion. © R. Fürhacker und W. Schnabl

Gereinigte und geklebte Putzteile mit marmorierten Feldern. © R. Fürhacker und W. Schnabl
In der einzigen Römerstadt innerhalb der heutigen Steiermark gelangen bemerkenswerte Grabungsergebnisse. Danach erfolgte in einer Probearbeit die Restaurierung römischer Wandmalereien.
Seit dem Frühjahr 2003 führt das Bundesdenkmalamt am Rande des antiken Stadtgebietes von Flavia Solva, der einzigen Römerstadt innerhalb der heutigen Steiermark, ausgedehnte Grabungen durch.
Aus einem repräsentativen Haus stammt ein besonders schöner, aber auch besonders schwieriger Fundkomplex.
In einer mächtigen Versturzschicht fanden sich tausende Bruchstücke bemalten Putzes. Die ursprünglich auf hölzernen Wandkonstruktionen aufgebrachte Putzschicht hatte ornamentale Wandmalerei getragen, von der bislang Felderteilungen, stilisierte Rosetten, Marmorierungen und Rankenwerk zu erkennen sind. Die Bergung, Reinigung und Konservierung dieses Fundkomplexes und die Zusammenstellung zu größeren Flächen stellen große Anforderungen an die auf archäologische Bodenfunde und auf Architekturoberflächen spezialisierten Restauratoren. Eine Probearbeit hat gezeigt, wie gut und schonend die antike Farbigkeit in ihrer Frische wieder gewonnen und der mehrschichtige Putzaufbau stabilisiert werden kann. Ob von den bemalten antiken Wänden zumindest Teile wiedererstehen können, werden die nicht zuletzt von den Finanzierungsmöglichkeiten abhängigen weiteren Arbeiten zeigen.
Der Anlass zur Grabung war die unvermeidliche Verbreiterung eines Fahrweges, das Ergebnis ist ein völlig neuer Einblick in die Geschichte bislang kaum erforschter Teile der römischen Stadt. Drei Häuserblöcke (Iat. insulae) wurden angeschnitten, die zusammen mit dem Großteil der planmäßig angelegten Stadt im späteren 1. Jahrhundert nach Christi Geburt entstanden; von diesem Großbauvorhaben zeugen die Überreste der hier erstmals nachgewiesenen hölzernen Bauhütten, die mit der Aufschotterung der ersten Straßen verschwanden. Bis ins 3. Jahrhundert wurden die Wohnhäuser und Werkstätten immer wieder umgebaut, die Straßen bis ins 4. Jahrhundert ausgebessert und neu geschottert.
Die Grabung läuft voraussichtlich bis September 2004 am "Hochweg" nahe dem Gasthof Neuhold in der Marktgemeinde Wagna. Diese Gemeinde ist gemeinsam mit dem nahe gelegenen Schloss Seggau und den Ausgrabungen am Frauenberg bis 31. Oktober 2004 auch Austragungsort der steirischen Landesausstellung „Die Römer“.
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