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Die Kultur der Prävention
Ein Informations- und Präventionsfolder zum Schutz vor Kulturgutdelikten
St. Kosmas, Wallfahrtskirche
Kärnten, Gem. Mölbling, Bezirk St. Veit a. d. Glan
Die Geschichte und Gründungslegende der spätgotischen Kirche von St. Kosmas steht in unmittelbarem Zusammenhang mit Türkeneinfällen und Pestepidemien der 2. Hälfte des 15. Jahrhunderts.
Urkundlich ist der St. Kunigunden - Tag, laut Berechnungen der 3. März 1456, als Datum der Einweihung des Chores durch den Gurker Fürstbischof Johann Schallermann erwähnt. Im Turm befindet sich eine ("1435" datierte) Glocke noch älteren Datums. Für den Bau des Kirchenschiffes nimmt der k. k. Central-Commissär Grueber die schon 1809 kaum lesbare Datierung "1551" über einem der Portale an. Aus barocker Zeit stammen der "1735" bezeichnete Sakristei - Zubau und ein Oratorium neben dem Turm. Die Legende begründet den Kirchenbau mit dem Gelöbnis eines einheimischen Heerführers im Falle der glücklichen Vertreibung der Türken aus dem Krappfeld.
Im Gegensatz zu ihrer düsteren Geschichte vermittelt die Kirche selbst als nahezu unverändert erhaltener spätgotischer Bau mit einer einheitlichen barocken Ausstattung ein ungleich glanzvolleres Bild der Vergangenheit. Ihre Fassaden wiesen in vielen Bereichen noch spätgotische Fächerputze auf und zeigten einen mehrfarbigen Architekturdekor an den Ecken und Friese unterhalb der Traufe des Langhauses aus der Erbauungszeit.
Die Außenrestaurierung der Kirche sah die Erhaltung bzw. Wiederherstellung der ursprünglichen Architekturpolychromie mit sandfarbenem Putz und heller Architekturgliederung am Turm und an den Chorfassaden sowie eine Färbelung in gebrochenem Weiß mit rot-ocker Eckquaderungen und mit einem mehrfarbigen Maßwerkfries am Langhaus vor.
Am Langhaus waren unterschiedliche Dekorsysteme zu rekonstruieren: rote und ocker Eckquaderungen an der Westfassade und an der im Nordwesten anschließenden Nordfassade, in der Farbigkeit versetzte ocker und rote Eckquaderungen an der im Südwesten anschließenden Südfassade, rote und ocker Quaderungen mit lanzenförmigen Enden an der Ostseite des westlichen Vorbaues und an der Südostecke des Langhauses sowie unterschiedliche Maßwerkfriese in Grau, Rot und Ocker von der Südwestecke bis zum Choranschluss.
Die Einrüstung der Kirche wurde zum Anlass genommen, die Vielzahl der Steinmetzzeichen an Turm und Langhaus zu erfassen, welche manchmal Rückschlüsse auf die Baugeschichte ermöglichen.
Mit der Drainagierung und Hydrophobierung an den Fassaden und mit der Abdeckung der Strebepfeiler der Kirche durch Bleiblech wurden noch rechtzeitig vor dem Wintereinbruch Maßnahmen zur Verhinderung witterungsbedingter Schäden gesetzt. Die Entfernung von Fenstergittern des späten 20. Jh. und die geplante Neuverglasung der spätgotischen Maßwerkfenster wird die Wirkung des von einem Netzrippengewölbe überspannten Kircheninneren mit seinen figürlich geschmückten Konsolen an den Diensten des Chores wie mit seiner spätbarocken Ausstattung vom St. Veiter Meister Johann Pacher wieder eindrucksvoll hervorheben. Beim Südportal wurde unter Bedachtnahme auf die weißen und grau-lila Schlämmen des Barocks und des 19. Jh. die partiell noch erhaltene ursprüngliche ocker Schlämme nur lasurartig aufgetragen.
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