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Judenburg, St. Magdalenakirche

Die Kreuzigung Christi nach erfolgter Restaurierung. © Claudio Bizzarri

Die Krönung Mariens mit Entsalzungskompressen. © Claudio Bizzarri

Apostelmedaillon mit Spruchband nach der Restaurierung. © Claudio Bizzarri

Apostelmedaillon mit Spruchband im Vorzustand. © Claudio Bizzarri

Die Judenburger Kirche St. Magdalena aus dem 2. Drittel des 14. Jahrhunderts birgt hervorragende gotische Kostbarkeiten.

Bedeutende gotische Fresken konnten durch die derzeit laufende Restaurierung wieder lesbar gemacht werden - wie auch schon vor Jahren die qualitativ hochwertigen mittelalterlichen Glasfenster der Kirche. Judenburg war eine der bedeutendsten Handelsstädte des Mittelalters in der Steiermark. Während der wirtschaftlichen Hochblüte entstanden auch zahlreiche kulturhistorisch wichtige Kunstwerke.Die dazugehörigen Wandmalereien im Chor der Magdalenakirche sind aus 1370/90. Sie gehören einer einzigen Ausstattungsphase an und beinhalten eine umfangreiche und thematisch interessante Darstellung neutestamentarischer Inhalte. Als Maler ist der "Meister Franziskus von Judenburg" überliefert, der mit seiner Werkstatt entlang der Mur tätig war.
An der Nordwand, fast 8 Meter hoch und 4,80 m breit wird sehr figurenreich und erzählerisch der Kreuzestod Jesu, der Tod Mariens und deren Himmelfahrt dargestellt. An allen Wänden des Chors sind Tondi mit Apostelcredo. Die figuralen Darstellungen und die Schriftzeilen sind formal direkt aufeinander bezogen und bilden so eine lockere additive Gesamtkomposition. Die Kombination von Marientod und Marienkrönung einerseits und der vielfigurigen Kreuzigung andererseits in einem Joch übereinander, findet ihre Erklärung in der Beziehung zur Kirchenpatronin Maria, deren Stellung als Schmerzensmutter bei der Kreuzigung eine wesentliche Rolle spielt.
Entdeckt wurden die Darstellungen vorwiegend im Jahre 1908. Zur vollständigen Aufdeckung und Freilegung kam es 1936 bis 1938. Die Fresken sind von sehr guter Qualität, jedoch waren Details durch den gegenwärtigen Konservierungszustand schwierig festzustellen. Bemalte Oberflächen waren stark verschmutzt und verdunkelt, es gab Risse und Ablösungen der Farbschicht. Claudio Bizzarri, der vor wenigen Jahren bereits erfolgreich die Christophorusdarstellung an der Südfassade der Kirche restauriert hatte konnte mit seinem Team in vorbildlicher Weise auch die Restaurierung der Malereien im Chor vornehmen.

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