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Die Restaurierung des Turmes zu OetzTirol, Oetz, Schulgasse Nr. 2

Turm von Oetz

Baualterplan mit folgenden, im Text erwähnte Räumen: 1 - Keller, 2 - Treppenaufgang, 3 - Mittelflur, 4 - . Erkerraum, 5 - Rauchküche, 6 - Stube

Turm von Oetz

Das durch eine mehrgeschoßige Mauerauflast geschädigte gotische Gewölbe des Kellers (1) wurde mit Stahlkonsolen gestützt. Mit Bölzungen mußten auch einige Decken und Gewölbe gesichert werden, wie beispielsweise die des Erkerraumes (3. Ebene) (4) oder der ehem. Rauchküche (5). Die Sicherung der Außenwände über den Gewölben erfolgte durch Zuganker. Risse im Treppenaufgang (2) wurden mittels Injektionen gefestigt.

Turm von Oetz

Gesamtaufnahme der Stube (6) vor der Restaurierung. Ansicht gegen Süden.
Sichtbar ist die klassizistische Täfelung aus dem Jahre 1814

Turm von Oetz

Die Täfelung der Stube wurden von den späteren Anstrichen befreit. Felderdecke während und teilweise bereits nach der Restaurierung in Originalfassung

Turm von Oetz

Wandschrank während der Restaurierung. Die Farbschichten mußten teils mechanisch, teils mittels Lösungsmittel abgenommen werden

Turm von Oetz

Freilegungsfenster der freigelegten Wandnische auf die ursprüngliche Fassung von 1814

Turm von Oetz

Barockes Fenster aus der Zeit vor 1764 (4). Sichtbar sind die originalen Winkeleisen, die jedoch zu einem späteren Zeitpunkt neuerlich mit Industrienägeln befestigt wurden

Turm von Oetz

Detail des Fensterstockes mit Setzungsschäden

Turm von Oetz

Mittelflur 2. Ebene (3): Aquarell um 1900 von Konservator Johann von Deininger

Turm von Oetz

Zustand während der Restaurierung: Freilegung auf die ursprüngliche Oberfläche und ihre reparative Konservierung

Turm von Oetz

Zustand vor der Restaurierung: Freilegung auf die ursprüngliche Oberfläche und ihre reparative Konservierung

Die Erstnennung des spätromanischen, mitten im alten Dorfkern von Oetz liegenden Baues geht in das Jahr 1378 zurück. Um 1400 erstmals als "Thurn zu Etz" erwähnt, folgen weitere urkundliche Belege 1419 und 1627.

Die Geschichte des Turmes von Oetz lässt sich kurz als das Emporziehen eines Turmes mit einer Hofmauer in der späten Romanik, einer kargen Wohnadaptierung in der Gotik und einer repräsentativen Ausstattung mit architektonischen Umbauten in der Spätrenaissance bzw. im Frühbarock beschreiben. In dieser Zeit erfolgte der letzte große Eingriff, als der Turm im 16. Jahrhundert als Sitz der chiemseeischen Grundherrschaftsverwaltung Getreidespeicher wurde. Prägend für das Bauwerk war außerdem eine bäuerliche Nutzung bald nach 1800. Nach dem Brand im Jahre 1951 und dem anschließenden flüchtigen Wiederaufbau des Dachgeschosses beherbergte es ab 1960 für einige Jahre die Volksschule sowie den Kindergarten von Oetz. Seit 1990 wird an der Restaurierung des Gebäudes gearbeitet. Das Objekt beheimatet künftig die volkskundlich-kunsthistorische Sammlung von Hans Jäger, einem angesehenen regionalen Sammler zur Region Ötztal.
Mit der statischen Notsicherung begann man 1990, angeschlossen wurde die Entfeuchtung des Turmgebäudes. Im Spätherbst 2000 wurde eine restauratorisch-bauhistorische Untersuchung durchgeführt. Sie konnte sowohl die baulich komplexe Entwicklung des Bauwerkes vom spätromanischen Turm zum barocken Ansitz aufzeigen, als auch verdeutlichen, daß die Bauteile ihre ursprüngliche Oberfläche über die Jahrhunderte bewahrt haben. Nach langer Diskussion über die Zukunft des Gebäudes wurde im Jahr 2002 endgültig mit der Gesamtrestaurierung begonnen.
Bis zur Eröffnung des Museums 2004 sollen die Restaurierungsarbeiten abgeschlossen sein.

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