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Restaurierung des Fürstenchor
in der Hofkirche zu Innsbruck

Gesamtansicht Fürstenchor

Gesamtansicht Fürstenchor.
Zeichnung:
Mag. Peter Kopp und Lucia Kerschbaumer, Wien

Deckenkonstruktion des Fürstenchores

Deckenkonstruktion des Fürstenchores, der die originalen Holzverbindungen und Konstruktionsteile aus der Renaissancezeit unverändert zeigt. Zustand während der Reinigung

Detailansicht Abschlussgsims

Detailansicht Abschlussgesims mit bereits gereinigten (links) und noch verschmutzten Bereichen (rechts). Die dunklen Überarbeitungsschichten wurden von der originalen Oberfläche abgenommen

Abnahme der Verschmutzungen

Abnahme der Verschmutzungen

Der sog. Fürstenchor an der Ostwand des Presbyteriums der Innsbrucker Hofkirche wurde 1562 – 1571 von Hans Waldner aus Ravensburg und Konrad Gottlieb aus Innsbruck im Auftrag von Erzherzog Ferdinand II. ausgeführt und ist weit über die Landesgrenzen hinaus einzigartig.

Er ist in seiner kunsthistorischen Bedeutung gleichzusetzen mit dem Kenotaph Maximilians, mit dem Unterschied, dass hier nicht die Steinkunst sondern die Holzkunst des 16. Jahrhunderts zur höchsten Perfektion gelangt. Dies betrifft nicht nur die Anlage und die dekorativen Elemente, sondern auch die farbliche Gestaltung der Intarsienarbeiten.

Der Chor wurde zwar im Laufe der Jahrhunderte überarbeitet, Untersuchungen zeigten aber, dass sich die originale Oberfläche unter den Überarbeitungen und teilweise stark verkrusteten Schmutzschichten erhalten haben. Trotz der komplexen Überarbeitungen hat die authentische Erhaltung der originalen Oberflächen des 16. Jahrhunderts und die Erhaltung der historischen Farbigkeit oberstes Gebot bei einem restauratorischen Eingriff am Fürstenchor. Dies wird erreicht, indem die dunklen Überarbeitungsschichten von der originalen Oberfläche abgenommen bzw. getrennt wird. Mit herkömmlichen restauratorischen und kunsthandwerklichen Methoden war dies bisher unmöglich, ganz im Gegenteil, bei Anwendung der in der Holzrestaurierung üblichen Methoden würden unwiederbringliche Schäden an diesem einzigartigem Chor entstehen. Darum werden für die Konservierung – Restaurierung des Fürstenchors Methoden eingesetzt, die von der Gemälderestaurierung kommen und in der Holzrestaurierung neu sind. Voraussetzung hiefür sind umfangreiche chemische Kenntnisse.

Ende Oktober 2004 konnte der 1. Restaurierungsabschnitt (Reinigung und Konservierung der Außenwände) abgeschlossen werden. Das oberste Ziel der Denkmalpflege, die weitgehende Erhaltung der Originalsubstanz, wurde erreicht. Die originale Oberfläche wurde nicht überarbeitet, es liegt ein historischer Oberflächenabschluss vor. Spitzenlichter wurden vereinzelt mit Aquarellretuschen beruhigt. Die stark beschädigten und durch Anobienbefall geschwächten Profile am Postament wurden gefestigt und art -, struktur – und konturgerecht ergänzt und retuschiert.

Während der Restaurierungsarbeiten erfolgten parallel laufende Untersuchungen (Farbstoff– und Firnisanalysen, dendrochronologische und holzanatomische Untersuchungen) durch Experten verschiedener Fachlabors.

Für 2005 ist die zweite Restaurierungsetappe vorgesehen. Sie betrifft die Reinigung und Konservierung der Innenwände, deren intarsierte Felder teilweise mit Tafelbildern ausgelegt sind.

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