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Sanierung der Grazer Herz Jesu Kirche.
Eine luftige Kamerafahrt als Pilotprojekt

Ferngesteuerte Kamera am Heliumballon liefert Schadensbilder.

Durch Umweltverschmutzung angegriffene Kreuzblume an der Südwestecke des Turmes in 80 Meter Höhe. ©  zepp-cam

Westfassade aus 75 Meter. © zepp-cam

Im Auftrag des Landeskonservatorates für Steiermark erreichte eine Ballon-Kamera luftige Höhen. Am Ostermontag lieferte das Team "Zepp-cam Furian und Seidl" ungewöhnliche Bilder von der Herz Jesu Kirche.

Stein- und Ziegelwerk der Westfassade und des Turmes sind schwer beschädigt. Die fachgerechte Restaurierung ist dringend erforderlich und für 2004/2005 geplant. Dem Bundesdenkmalamt ist es in einem Pilotprojekt gelungen, den bekannten ORF-Kameramann Erhard Seidl für eine gerüstlose Schadensanalyse mit einer Ballonkamera zu gewinnen. Gemeinsam mit seinem Partner Roland Furian sowie Tankred Derler führt Seidl einen unbemannten, heliumgefüllten Ballon, der nur wenige Kilogramm wiegt direkt an die Kirchenfassade heran und liefert eindrucksvolle Bilder aus ungewöhnlicher Perspektive. Der ferngesteuerten, schwenkbaren Kamera entgeht nichts.
Die zur Erde gelieferten Bilder zeugen schonungslos von den dramatischen Schäden an der Kirche. Die Bauteile aus Aflenzer Sandstein sind stark angegriffen, auch die Ziegeloberflächen sind zersetzt. Es ist für die Sanierung höchste Zeit. Erste Steinteile sind abgebröckelt und herabgestürzt. Sicherheitsmaßnahmen mussten getroffen werden; das Hauptportal ist gesperrt. Im Mai wird das Gerüst aufgebaut, die Kirche voll eingerüstet. Das nun vorliegende Fotomaterial wird das Restaurierungskonzept erleichtern, die Kosten kalkulierbar machen und die Grundlage für die notwendige Feinausschreibung sein.
1881-1891 wurde die neugotische Kirche unter dem aus Südtirol stammenden Bischof Johannes Zwerger nach Plänen von Georg Hauberisser d. J. erbaut. Der Bischof, der auch in der Unterkirche bestattet liegt plante eine Wallfahrtskirche für die Herz Jesu Verehrer. Dies begründet die große Dimension des Kirchenbaues, dessen Turm mit 109,60 Metern der höchste der Steiermark und nach dem „Steffl“ und dem Linzer Dom der dritthöchste Österreichs ist.

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