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Wieder ein Dach über dem Kopf. Das Gartenhaus im steirischen Wagna ist gerettet!

Dachdecker- und Zimmermannsarbeiten konnten erfolgreich abgeschlossen werden. Die Sicherheit vor Niederschlägen ist jetzt gewährleistet. © Majcenovic

Blick in den reparierten und ergänzten Dachstuhl. © Foto Majcenovic.

Noch ist der Blick zum Himmel frei, aber die Zimmermannsarbeiten schreiten voran. Foto © Majcenovic

Das abgemorschte Holz des Fenstersturzes wurde durch neues ersetzt. © Majcenovic

Eine erste oberflächliche Rodung der unmittelbaren Umgebung des Pavillons und eine grobe Säuberung des Innenbereiches sind durchgeführt worden. Foto © Majcenovic

Reissfeste Plastikfolien schützen das relativ wuchtige Walmdach. Feuchtigkeitsschäden hatten dem Gebäude stark zugesetzt.

Ansicht von Schloss Retzhof. Rechts hinter den Bäumen ist das Gartenhaus zu erkennen. Foto © Bildungshaus Retzhof

Bereits im Unterschutzstellungsgutachten von 1993 ist zu lesen: „Ohne Zweifel ist der Erhaltungszustand nicht sehr gut, doch ist eine Restaurierung des Objektes ohne Schwierigkeit durchführbar, wozu das Bundesdenkmalamt fachlich zu beraten und auch finanziell beizutragen bereit ist.“ Und genau das ist jetzt, viele Jahre später und nach einem erfreulichen Besitzerwechsel, geschehen.

Eine wechselvolle Geschichte hat das Haus zu erzählen. Und im  Verlauf dieser Geschichte wurde sein Zustand nicht besser. Die baulichen Details waren trotz des restaurierungsbedürftigen Zustandes weitgehend erhalten, aber die fehlenden Pflegemaßnahmen hatten dem Objekt zugesetzt, sowie die Tatsache, dass es keiner wollte! Sogar der Abbruch drohte!  Diese Gefahr ist jetzt gebannt. Erfreulicherweise ist die Zukunft gesichert und das Gartenhaus hat vorerst ein sicheres Dach über dem Kopf.
Die Sanierungsmaßnahmen
Das einsturzgefährdete Dach wurde zimmermannsmäßig repariert und die fehlenden Teile, wie Streben, ergänzt, sodass die ursprüngliche Konstruktion wieder ablesbar ist. Die Eindeckung erfolgte ausschließlich aus den noch bestehenden handgeschlagenen, historischen Dachziegeln und aus Ziegeln, die von einem Abbruchstadel aus dem Bezirk Feldbach stammen. First und Grate wurden vermörtelt und auf eine Dachrinne verzichtet. Damit ist der Dachstuhl nahezu authentisch wieder hergestellt. An der Fassade wurden das abgemorschte Holz an den Fensterstürzen erneuert und die fehlenden Ziegel am beschädigten Gesims ausgemauert. 2011 ist die Sanierung der gesamten Fassade geplant, ein Nutzungskonzept ist ebenfalls in Vorbereitung. Möglich ist wieder eine Verwendung als Gartenpavillon, aber auch als Seminarraum des angrenzenden Bildungshauses Schloss Retzhof.
Zur Geschichte des Gartenhauses
Das nach seinem Erscheinungsbild aus der 2. Hälfte des 18. Jahrhunderts stammende Gartenhaus zu Schloss Retzhof befindet sich auf einem an das Schlossareal angrenzenden Acker, war jedoch ursprünglich integrierender Bestandteil der Parkanlage und unweit der Hauptfassade des Schlosses an prominenter Stelle gelegen. Der barocke eingeschossige Baukubus steht auf einem ausgewogen proportionierten Rechteckgrundriss. Entsprechend dem Schlossbezug ist die östliche dreiachsige Front als Hauptfassade ausgebildet, auch die Schmalfronten weisen eine gleichartige Fassadenzier auf, die charakteristisch für das spätere 18. Jahrhundert ausgeführt ist.
Das Innere des unterkellerten Objektes setzt sich aus zwei kleinen Vorräumen mit der Eingangs sowie Kellerabgangssituation und einem großen, annähernd quadratischen Raum mit Deckenspiegel zusammen. Die Unterkellerung scheint darauf hinzuweisen, dass das Objekt einer wirtschaftlichen Nutzung oder auch zu Wohnzwecken gedient hat. Als Gartenpavillon wurde das Haus erst später erwähnt.

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