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Burgruine Alt-Ems in HohenemsDie Restaurierungsetappen in den letzten drei Jahren

Burgruine Alt-Ems, Restaurierte Zwingermauer (li) mit dem Alten Tor und der Barbakane

Burgruine Alt-Ems, Restaurierte Zwingermauer (li) mit dem Alten Tor und der Barbakane

Burgruine Alt-Ems, Restaurierte Zwingermauer

Burgruine Alt-Ems, Restaurierte Zwingermauer

Burgruine Alt-Ems, Baualterplan der Barbakane

Burgruine Alt-Ems, Baualterplan der Barbakane

Burgruine Alt-Ems, Geborgene Spolie

Burgruine Alt-Ems, Geborgene Spolie

Burgruine Alt-Ems, Bauetappenplan von 2005-07

Burgruine Alt-Ems, Bauetappenplan von 2005-07

Burgruine Alt-Ems, Palas, Baualterplan

Burgruine Alt-Ems, Palas, Baualterplan

Burgruine Alt-Ems, Palas SO-Mauer, Baualterplan

Burgruine Alt-Ems, Palas SO-Mauer, Baualterplan

3 Alt-Ems 1578, Südostansicht, Ausschnitt, aus Gemäldegalerie Polička 1999

Alt-Ems 1578, Südostansicht, Ausschnitt, aus Gemäldegalerie Polička 1999

2 Alt-Ems 1576, Nordwestansicht, Ausschnitt, aus Gemäldegalerie Polička 1999

Alt-Ems 1576, Nordwestansicht, Ausschnitt, aus Gemäldegalerie Polička 1999

Burgruine Alt-Ems, Palas SO-Mauer innen

Burgruine Alt-Ems, Palas SO-Mauer innen

In den letzten drei Jahren fanden auf der Burgruine Alt-Ems neuerliche Restaurierungsarbeiten an der Palas SO-Mauer und an der Barbakane statt.

Eine sehr reichhaltige Geschichte:
Die wahrscheinlich schon im 12. Jahrhundert unter den Welfen erbaute Burg Alt-Ems (Hohe – Ems) ging 1179/1191 in Staufischen Besitz über. 1160 wird der erste Emser, ein Hainricus de Amedes (Amides, Ems), als Zeuge in einer Urkunde erwähnt. Die Brüder „Rudolfus et Goswinus de Amides“ tauchen nach 1170 als Ministerialen des Staufers Friedrich v. Schwaben auf.
Der jugendliche Normannenkönig Wilhelm III. von Sizilien war der erste hochadelige Gefangene auf Alt-Ems. Er starb dort um 1197. Um 1206 war Bischof Bruno von Köln ein weiterer prominenter Gefangener auf der Burg. Zwischen 1235 und 1238 nannte sich Rudolf von Ems, der Minnesänger, in seinen Dichtungen einen „Dienstmann ze Muntfort“. Er starb 1254.
1268 gelangten die Emser in den reichsunmittelbaren Ministerialenstand.
Die wahrscheinlich schon 1311 bestehende Burgkapelle wurde 1351 dem Hl. Konrad geweiht.
Ritter Ulrich I. (gest. um 1360) bekam 1343 die Erlaubnis zum Bau einer weiteren Burg Neu-Ems/Glopper.
1362 wandten sich die Emser Brüder Rudolf, Ulrich, Manquard und Egolf dem Hause Habsburg zu und traten in dessen Dienste.
1407 wurden die Burgen Alt- und Neu-Ems von den Appenzellern belagert und zerstört. Beide Burgen wurden danach wieder aufgebaut. Ein durch die Dendrochronologie gewonnenes Datum von 1415/16 untermauert diesen Wiederaufbau.

Um 1500 erfolgten weitgehende Um- und Zubauten auf Alt-Ems. 1533 stifteten die Gebrüder Georg Sigmund v. Ems und Ritter Wolf Dietrich eine Kaplanei auf der Burg. Im Bereich der Küche wurde bei der Grabung von 1962 ein Teil eines Schlusssteines einer Tür oder eines Fensters mit der Jahreszahl 1537 gefunden. Am 27. April 1560 erhob Kaiser Ferdinand I. die Reichsritter von Ems in den Reichsgrafenstand. Es ist anzunehmen, dass die Burg unter dem ersten Grafen Jakob Hannibal I. (1530-1587), Sohn Wolf Dietrichs, eine festungsmäßige Ausstattung bekam.
1566 war der italienische Baumeister Martino Longo nachweislich in Ems beschäftigt. Seit 1563 befasste er sich mit dem Bau des Palastes am Fuße des Schlossberges. Zu diesem Zeitpunkt führte Longo ebenso Reparaturen und Ergänzungsarbeiten auf der Alt-Ems durch. Beispielsweise wurden um den Konradsbrunnen Steinornamente mit sechs Gesichtern angebracht. Er ließ auch die Miß, den benachbarten Hügel, zusätzlich befestigen. Die eingemeißelte Jahreszahl 1563 an einem Felsen der so genannten Poppa (Güggelstein) zeugt von diesem Aufenthalt.
Im Sommer 1618 erfolgten unter Graf Kaspar von Hohenems (1573 – 1640) einige Ergänzungs- und Ausbesserungsarbeiten auf der Alt-Ems. Dies betraf vor allem die Vorbefestigungen (Miß). Außerdem wurde der Palast im Dorfe fertig gestellt.
Graf Karl Friedrich von Ems (gest. 1675) hatte die Idee einer Rheintalsperre, die aber nie errichtet wurde. 1676 wurde unter Franz Carl Anton von Ems unter Veranlassung des Kaisers eine ausführliche Inventarliste der Burg Alt-Ems erstellt. Sie beschreibt 52 Räume mit dem dazugehörenden Inventar.
1756 starb der vorletzte Graf Franz Rudolf von Ems. Der letzte Graf von Hohenems war Franz Wilhelm III., der in Graz in der Nacht vom 5. auf den 6. November 1759 verstarb.
1760 wurde die Burg inspiziert und schließlich auch repariert, um 360 preußische Kriegsgefangene unterzubringen. Zu wenig Wasser und zu wenig Brennholz führten zwangsläufig zu massiven Beschädigungen der Burganlage.
Am 17. Dezember 1765 erfolgte die Übernahme der Grafschaft durch Österreich.
1765/70 konnten die letzten Instandsetzungsarbeiten aufgrund eines dendrochronologisch untersuchten Brettes (an der NW-Mauer des Palas) nachgewiesen werden.
Der Stadtammann Peter Josef Leone wurde als letzter Gefangener in den Jahren 1768 – 1770 auf Alt-Ems festgehalten. 1770 kam es zum Verkauf der Festungsartillerie. 1792 erfolgten Versteigerung und Abbruch der Burg.

1938/1940 begann die erste Sanierungsmaßnahme an der Palas SO- bzw. SW-Mauer. Teile wurden wieder hergestellt und gesichert, was noch heute an der SO-Mauer ablesbar ist.
Die Burgruine Alt-Ems wurde am 17. Dez. 1940 unter Denkmalschutz gestellt (Gb. EZ 195 Bp. 4756).
1965/67 erfolgten die ersten Renovierungsarbeiten am ruinösen Palas, 1968 der Verschluss des Vorhofbrunnens mit einer Betonplatte, 1979/81 die Freilegung und Konservierung des ersten Tores auf der Burgwiese.
1999 wurde ein neues Sanierungskonzept vorgestellt.
Erst Anfang September 2005 begann nach Verbesserung des Weges ab der Buchenau (Buggenau) die Einrichtung der Baustelle. Danach erfolgte bis Anfang Oktober 2005 die erste Sanierungsetappe an der Palas Südostmauer. 2006 wurde die Sanierung fortgesetzt und bis zur Barbakane erweitert.

Ende Mai 2005 erfolgten die neuerliche Aushebung der beiden Brunnen, Konradsbrunnen und Vorhofbrunnen. Mitte Juni wurde eine Brüstungsmauer aus Bruchsteinen über dem Konradsbrunnen errichtet. Beide Brunnen erhielten im Juli 2005 eine neue Lehmabdichtung und besitzen wieder einen ansehnlichen Wasserstand. All diese Arbeiten oblagen freiwilligen Helfern: Mitgliedern der Feuerwehr Hohenems, des Kulturkreises Hohenems und des Burgenausschusses des Vorarlberger Landesmuseumsvereins.


Restaurierung 2005
Für die Einrichtung der Baustelle durch die beiden Firmen Wilhelm & Mayer und Grabher musste der Weg aus der Buchenau (Buggenau) neu befestigt und ausgebessert werden. Zugleich wurde von der VKW eine elektrische Leitung bis zur Burgwiese installiert. Um die alten Zisternen vorerst nicht unnötig zu belasten, transportierte man das Wasser in Tanks zum Depot auf der Burgwiese. Von dort wurde das Wasser in die Blechtonnen im Palas hinaufgepumpt. Dieses Wasser diente zur Reinigung der Steine, der Mauerreste und für Mörtelmischungen.
Der Weg vom Depot auf die Hochburg erhielt einem neuen Kiesbelag, um diesen besser für das kleine Raupenfahrzeug befahrbar zu machen und den darunter liegenden Weg zu schützen.
Weiters wurde das Tor mit einer Bretterverschalung gegen herabstürzende Steine abgesichert. Die Mauersanierung dieses Tores wird voraussichtlich erst in den nächsten Jahren möglich sein.
Die Palas SO-Mauer wurde im nördlichen Bereich etwa um 150 cm erhöht, dem alten Mauerwerk ästhetisch angepasst und innen zurückgesetzt, um eine Basis für die neue Stützmauer auf dieser Seite zu schaffen. Gleichzeitig erhielt das alte Mauerwerk eine neue Verfugung.


Restaurierung 2006
Das größte Problem war die Zerstörung des Weges von der Buchenau zur Ruine aufgrund von Schneebruch. Der Zugang konnte erst im Juni 2006 wiederhergestellt werden.
Die Einrichtung der Baustelle erfolgte Anfang Juli 2006. Dabei wurde ein neuer Schrägaufzug an der Südseite im Graben vor dem Tor aufgebaut. Dieser dient dazu, Bruchsteine für die Stützmauer und die Ergänzungen herauf zu transportieren. Diese Arbeit oblag den zwei freiwilligen Helfern. Bei der Grabung in diesem Bereich wurde auch eine besonders merkwürdige Spolie geborgen. Sie besitzt eine Dimension von L70 x B28 x H32 cm, besteht aus Sandstein und ist auf der Vorder- und Rückseite gleich. Hierbei könnte es sich um eine Zinnenbekrönung, Giebelbekrönung oder einen Kaminaufsatz handeln, der eventuell beim Transport während des Abbruchs im 18. Jahrhundert herunter rollte. Zeitlich gesehen gehört dieser Bauteil ins späte 16. bzw. frühe 17. Jahrhundert.
Beim Palas wurde die Stützmauer weiter hochgezogen und die Restaurierung der Innen- bzw. fortgesetzt. Dabei konnten einige Baufugen durch die Freilegung bestätigt oder sogar hinzugefügt werden. Der Sturz des unteren Fensters musste wegen des schlecht erhaltenen Mörtels erneuert werden.

Um die Arbeiten auf der Alt-Ems etwas mehr ins Rampenlicht der Burgbesucher stellen zu können, wurde eine weitere Baustelle bei der Barbakane eingerichtet. Dabei wurde von freiwilligen Helfern der Zwingerbereich etwas abgetieft, das Alte Tor freigelegt und die nördliche Zwingermauer von Bewuchs und Erdreich befreit. Am Alten Tor wurden die nördliche Leibung der Torinnenseite und die Mauerkrone sowie die Innenseite der gesamten nördlichen Zwingermauer und dessen westlicher Teil samt Mauerkrone restauriert.


Restaurierung 2007
Da in diesem Jahr das Budget enorm gekürzt wurde, fiel die Entscheidung auf die Sanierungsarbeiten im Bereich der Barbakane. Es wurde die gesamte Nordzwingermauer im Außenbereich mit der Mauerkrone und dem „Alten Tor“ restauriert. Eine ständige logistische Herausforderung stellt die Beschaffung von Wasser auf der Burgruine dar. Die beiden historischen Zisternen dürfen in diesem Umfang nicht belastet werden. Diese Aufgabe wurde von der freiwilligen Feuerwehr Hohenems großzügig organisiert. Damit konnten einige Kosten eingespart werden. Von der Hohenemser Bergrettung wurde zur Sicherung gegen herabfallende Steine und zur Sicherheit der Arbeiter ein Netz gespannt. Freiwillige Helfer legten den Fels an der Nordseite der Zwingermauer frei, um einen sicheren Stand für das Gerüst und einen neuen optischen Freiraum für das Barbakanenensemble zu schaffen. Dabei wurde eine hölzerne Treppe um die Barbakane sicher besteigen zu können, errichtete.
Anfang Juni wurde mit der Arbeit begonnen, die dann einen Monat in Anspruch nahm und abgeschlossen werden konnte.


Heuer soll ein größerer Restaurierungsabschnitt ins Auge gefasst werden.

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