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Zwiebelturm kehrt zurück

Ein Turmhelm schwebt an seinen Platz.

Besprechung am Modell im Schulbauhof der HTL 1 in Linz: DI Eder, HTL 1, Herr Weisshaidinger, Fa. Weisshaidinger, Herr Neumüller, Schulbauhof HTL, Vizebgm. Freund, Taufkirchen/Pram.

Angehende Poliere setzen die Sparren auf. Foto: Neumüller

Fachlehrer Neumüller mit seiner Klasse. Foto: Eder

Bei der Schindeldeckung wurde an den Graten begonnen.

Giacomo Zambelli beim Abbeilen der Schindelm am Grat.

Ein wechselseitig eingebundener Grat verhindert Wassereintritt.

Turmhelm zu ebener Erde .....

... und im obersten Stock.

Neuer Turmschaft mit historischer Glocke.

Ing. Reinhard Goldberger, Fa. Weisshaidinger (li.) und Dipl.Päd. Thomas Neumüller, Schulbauhof HTL 1 Linz.

Bürgermeister Josef Gruber dankte für das breite Engagement.
Projekt mit Bautechnikklassen und Bauhandwerkern der HTL 1 in Linz: Sie haben ihn vermessen und neu gebaut – am 4. Mai 2012 schwebte der Turmhelm der Filialkirche Wagholming an seinen Platz.
Begeisterung und überzeugendes Ergebnis
Nach der Vorarbeit durch die Bautechnikklasse der HTL 1 in Linz - siehe "Ein Zwiebelturm für die Praxis" - haben die Teilnehmer an der Bauhandwerkerausbildung den Turmhelm der Filialkirche Wagholming originalgetreu rekonstruiert. Der barocke Zwiebelturm konnte nicht mehr saniert werden, er war so schwer geschädigt, dass er abzustürzen drohte. In der Schule wurde zuerst ein Modell des Turmhelms erstellt, das alle Konstruktionsdetails enthielt. Das wurde gemeinsam mit dem Landeskonservatorat f.Oö, den beteiligten Lehrern und Firmen diskutiert. Dabei einigte man sich auf eine Schindeldeckung für Turmhelm und Turmschaft, die als historisch adäquate Deckung anzusehen ist. Danach wurden im Bauhof der HTL 1 in Linz die gebogenen Sparren, die so genannten Raminaden, für den Turmhelm gebaut und auf die Tragkonstruktion aufgesetzt. 50 Stunden haben die angehenden Poliere gewerkt. Vom Lerneffekt ist ihr Lehrer, Herr Neumüller überzeugt: Die Teilnehmer konnten ein Projekt von Anfang bis zum Ende bearbeiten. Der beste Beweis für das Interesse der Schüler: Sie wollten bei Unterrichtsschluss oft gar nicht aufhören … Als Lohn winkt eine Aufwandsentschädigung von der Gemeinde für die Klassenkasse.
Neue Konstruktion des Turmschafts
Der hölzerne Turmschaft mit den Rundbogenjalousien wurde von einer ortsansässigen Holzbaufirma wiederhergestellt. 95 mm Brettsperrholz ersetzt dabei den zimmermannsmäßigen Abbund. Bei diesem Material wird durch die kreuzweise Anordnung der Längs- und Querlamellen das Quellen und Schwinden des Holzes in der Plattenebene auf ein unbedeutendes Minimum reduziert und die statische Belastbarkeit sowie die Formstabilität beträchtlich erhöht. Vorteil dieser modernen Konstruktionsart ist es, dass die Außenschale das ganze Gespärre des Turmhelms trägt und der Turmhelm von unten frei zugänglich ist. Der Zimmermeister Peter Weisshaidinger hat einen persönlichen Bezug zum Turm von Wagholming: Als Lehrling hat er - von einer schwindligen Leiter aus - den damals blechgedeckten Turmhelm in „Traktorgrün“ gestrichen. Jetzt sorgte er mit seiner Holzbaufirma für den Transport und die perfekte Montage des Turmhelms am Turmschaft.
Schindeldeckung statt „Traktorgrün“
Von einer Fachfirma erhielt der „Rohling“ des Turmhelms eine Deckung mit Lärchenschindeln. Um die Rundung am Zwiebelhelm decken zu können, wurden die Schindeln gekocht, mit einer Spezialvorrichtung gebogen und wieder abgekühlt. Eine besondere Arbeitstechnik kam bei der Deckung der Grate zur Anwendung: Um das Eindringen von Wasser zu verhindern, wurden die Grate wechselseitig eingebunden. Mit dem Beil wurde der überstehende Rest entfernt (siehe Fotos). An den Graten des Turmhelms zeigte sich die genaue Arbeit der Schüler – jeder Winkel und jede Rundung saßen exakt.
An Ort und Stelle wird nun auch der Turmschaft mit Lärchenschindeln gedeckt.
Breites Engagement der Ortsbevölkerung
400 Arbeitsstunden haben 12 Vereine bis jetzt in die Renovierung der Kirche und des Turms investiert. So wurde eine Drainage gelegt und eine geordnete Dachwasserableitung hergestellt, um die Feuchtigkeitsprobleme im aufgehenden Mauerwerk der Kirche zu reduzieren. Bürgermeister Josef Gruber und Vizebgm. Paul Freund als Koordinator des Sanierungsprojekts dankten bei der Eröffnung den Mitwirkenden für ihr ehrenamtliches Engagement. Land OÖ, Diözese Linz und Bundesdenkmalamt haben bereits Förderungen zu den Gesamtkosten von etwa 70.000€ zugesagt.
Nach Abschluss der Restaurierungsarbeiten an den Außenwänden und dem Inneren der Kirche wird die Filialkirche von Wagholming am 7. Juni 2012 feierlich eröffnet.
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