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ICCROM/BDA ASC-98
"Examination and Conservation
of Architectural Surfaces" 1. Juli – 21. August 1998, Kartause Mauerbach
G. Krist

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Klosterkirche

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Vom 1. Juli bis 21. August 1998 fand in den Restaurierwerkstätten Baudenkmalpflege des Bundesdenkmalamtes in der Kartause Mauerbach der zweite ICCROM Kurs zum Thema "Examination and Conservation of Architectural Surfaces" statt.

16 Teilnehmer aus folgenden 13 europäischen Ländern waren in der diesjährigen Veranstaltung vertreten: Bulgarien, Estland, Großbritannien, Griechenland, Italien, Mazedonien, Österreich, Polen, Portugal, Spanien, Rumänien, Slowenien, Ukraine. Die interdisziplinär zusammengesetzte Teilnehmergruppe – 7 Architekten/innen, 2 Kunsthistoriker/innen, 6 Restauratoren/innen, sowie 1 Naturwissenschaftler – wurde von Vertretern von ICCROM und dem Bundesdenkmalamt speziell ausgewählt, wobei Mitarbeiter von Denkmalpflegeinstitutionen der österreichischen Nachbarländer bei der Selektion bevorzugt behandelt wurden. Zusätzlich wurden 4 außerordentliche Hörer zu ausgewählten Programmpunkten der Veranstaltung zugelassen sowie eine US/ICOMOS-Stipendiatin, die das gesamte Programm absolvierte.

Basierend auf den Erfahrungen des Pilotkurses vor zwei Jahren und den durchgeführten Evaluierungen wurde das Kursprogramm 1998 neu definiert, wobei aber die Problematik der Untersuchung und Konservierung historischer Putzfassaden wieder das zentrale Diskussionsthema darstellte.

Theoretische Vorlesungen durch anerkannte internationale Experten und Mitarbeiter des Bundesdenkmalamtes und ICCROM wurden durch Demonstrationen, Laborpraktika und praktische restauratorische Tätigkeiten ergänzt. U.a. wurde das Kalklöschen von geschulten Handwerkern vorgeführt, ebenso historische Putz- und Dekortechniken.

Die Bibliotheksfassade der Kartause Mauerbach diente heuer als praktische Arbeitsstelle. Untersuchungen zum Erhaltungszustand und zum komplexen Aufbau der Putz- und Färbelungsschichten wurden im Teilnehmerkreis diskutiert sowie eine umfassende Dokumentation als Gruppenarbeit fertiggestellt. Darüberhinaus erarbeitete die Gruppe ein Maßnahmenkonzept für die Restaurierung der Fassade, sowie Vorschläge zur Präsentation der angrenzenden Gebäude. In der letzten Arbeitswoche beschäftigten sich die Teilnehmer mit den einzelnen restauratorischen Arbeitsschritten, wie Konsolidierung des Altputzes und Ergänzung von Fehlstellen, wobei die methodische Vorgangsweise und die enge Kooperation der interdisziplinär zusammengesetzten Arbeitsgruppen berücksichtigt wurde.

Das Kursprogramm wurde durch eine Reihe von Exkursionen ergänzt, die Anlaß gaben, auf die in Österreich herrschende Praxis der Denkmalpflege näher einzugehen. Der Wachau und dem Waldviertel waren zwei Tagesausflüge gewidmet, die vom Landeskonservator von Niederösterreich und seinen Mitarbeitern geleitet wurden. In Wien führte die Landeskonservatorin persönlich zu aktuellen Restaurierungsprojekten; eine weitere Exkursion war dem Stephansdom gewidmet, die von Mitarbeitern der Restaurierwerkstätten Kunstdenkmale organisiert worden war, und die u.a. die nun abgeschlossene Restaurierung des Riesentores vorstellte.

Das ungarische Denkmalamt arrangierte die zweitägige Studienreise nach Budapest. Das aktuelle Thema "Architektur und Putzfassade um 1900" wurde hier und in der Abschlußveranstaltung, dem Rendec-Seminar vom 19. – 20. August, behandelt. An der Veranstaltung, die durch eine EU-Förderung im Rahmen des Raphael Programmes ermöglicht wurde, nahmen neben den Kursteilnehmern weiters Mitglieder von ICOMOS-Österreich, Mitarbeiter des Bundesdenkmalamtes und des ungarischen Denkmalamtes teil. Es ist geplant, die präsentierten kunsthistorischen, technologischen und naturwissenschaftichen Forschungsergebnisse in einer Publikation vorzustellen sowie sich auch neuer elektronischer Medien zur Verbreitung der Resultate zu bedienen.
Das Hauptziel des ICCROM-Kurses und des Rendec-Seminars wurde erreicht: es ist gelungen, eine Sensibilisierung für historische Putzfassaden bei den Teilnehmern zu erwecken als auch die in unterschiedlichen europäischen Ländern herrschende Praxis der Behandlung von Architekturoberflächen kritisch zu hinterfragen.

Zusätzlich war es möglich, den Kontakt zu einigen Denkmalpflegeinstitutionen in den Nachbarländern zu vertiefen; u.a.hat das kroatische Denkmalamt, das Landesamt für Denkmalpflege Sachsen-Anhalt und die Fachhochschule für Restaurierung in Litomysl, Tschechische Republik, Mitarbeiter für die Kursdauer freigestellt, um in der Veranstaltung aktiv als Lehrpersonal mitzuwirken.

Die Abteilung Mauerbach, als unmittelbarer Projektpartner von ICCROM, dankt folgenden Institutionen für die großzügige finanzielle Unterstützung und die Zurverfügungstellung von Stipendien: UNESCO World Heritage Fund, European Commission DG X, Bundesministerium für Unterricht und kulturelle Angelegenheiten, Kuturkontakt-Austria. Weiters danken wir dem Bundesdenkmalamt für die gewährte, vielfältige Unterstützung.

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