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Neue Funktion
für das einzigartige Oktogon

Der zweigeschossige Oktogon ist als ehemaliges landwirtschaftliches Gebäude heute zentraler Teil des Marktplatzes.

Reizvolle Detailansicht der Ziegelgitteröffnungen.

Ansicht im Inneren des Oktogons. Die vorgesetzten Glaswände minimieren den durch die offenen Ziegelgitter verursachten Luftzug.

Der Stadel ist in den neuen Marktplatz gut integriert. HoG Architektur ging als Wettbewerbssieger für die gelungene Adaptierung hervor.

Zustand nach umfassender Sanierung 1980.

Zustand von 1974.

Am 30. September wurde in Vasoldsberg der restaurierte und unter Denkmalschutz stehende Klingensteiner Achteckstadl seiner neuen Bestimmung als zentraler Teil des regionalen Marktplatzes übergeben.

Der für die Steiermark einzigartige Stadl erhielt nur im Inneren vorgesetzte Glaswände, um den durch die offenen Ziegelgitter verursachten Luftzug zu minimieren. Der Klingensteiner Achteckstadl wurde zum Marktsymbol der Region und wird in anderen Marktgemeinden aus Stahlblech nachgebildet.
1977 fand das Oktogon im Unterschutzstellungsgutachten folgende Begründung und Würdigung: Der Feldstadl ist in der Form eines Zentralbaus errichtet. Über einem Achteck (Seitenlänge 4,5 m) erhebt sich eine 6,5 m hohe Ziegelmauer, deren sechs Seiten von Ziegelgitteröffnungen durchbrochen und zwei gegenüberliegende Seiten mit Holztoren verschlossen sind. Darüber liegt ein flach geneigtes Pyramidendach. Äußerlich ist das Objekt zweigeschossig, im Erdgeschoss durch je zwei hohe, spitzbogig abgeschlossene Ziegelgitteröffnungen und im Obergeschoss durch niedrigere Ziegelfenster (Viertelkreisabschlüsse) gegliedert. Durch die Verschränkung der Ziegel (Schrägfenster oder „Boamluken“ im Volksmund) in den Rechtecköffnungen und in der strahlenförmige Anordnung in den Oberlichten entstehen schmückende Ornamente, die zugleich klimatisierend wirken. Die Ziegel konnten in die Jahre 1750, 1876 und 1920 datiert werden. Der hohe, durch Ziegellüftungsfenster belichtete und belüftete Innenraum, dessen Boden aus einem Rost aus Rundhölzern besteht, wird nur durch die hölzerne Mittelstütze des Dachstuhls unterbrochen.
Der Feldstadl, dessen Wände zur Durchlüftung mit Ziegelgittern durchbrochen sind, ist ein bedeutendes Bauwerk anonymer Volksarchitektur. Der Achteckbau ist einzigartig für landwirtschaftliche Gebäude. Die Ziegelgitteröffnungen sind zu einem gestalterischen Element verarbeitet und kultur- und kunsthistorisch interessant, Vorbilder finden sich möglicherweise im Orient aber auch eine formale Angleichung an sakrale Bauwerke ist feststellbar.
Der Literatur zufolge soll der Dachstuhl früher als Überbau zu einem Pumpwerkgedient haben, was auch als eine Erklärung der Form in Betracht gezogen wurde.

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