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Ein Römerhaus unter dem BuschenschankArchäologische Neuigkeiten vom Frauenberg bei Leibnitz, Steiermark

Freilegung der Heizanlage (Foto: J. Fürnholzer)

Grabungsstelle auf dem Frauenberg (Foto: G. Fuchs)

Spätantike Heizanlage (Detail) (Foto: J. Fürnholzer)

Gewichte eines römerzeitlichen Webstuhls (Foto: I. Mirsch)

Bei Ausgrabungen am Frauenberg wurden Reste eines spätantiken Wohngebäudes entdeckt

Der Frauenberg bei Leibnitz in der Gemeinde Seggauberg ist eine der prominentesten archäologischen Fundstellen in der Steiermark. Hier befand sich in der Keltenzeit (vor allem im 2. und 1. Jh. v. Chr.) die Vorgängersiedlung der Stadt Flavia Solva, die in der Römischen Kaiserzeit im Leibnitzer Feld bei Wagna neu angelegt wurde. Während des Niederganges von Flavia Solva in der Spätantike, etwa ab dem 4. Jh. n. Chr., nutzte die damalige Bevölkerung den leichter zu verteidigenden Frauenberg wieder verstärkt als Siedlungsplatz.
Spuren dieser spätantiken Siedlungstätigkeit konnten Grazer ArchäologInnen im Auftrag der Abteilung für Bodendenkmale des Bundesdenkmalamtes im Februar und März 2007 erforschen. Ein betrieblich notwendiger Zubau zu einem Buschenschank (= Heuriger) erforderte die Untersuchung einer Fläche in unmittelbarer Nähe eines bestehenden Wirtschaftsgebäudes. Bei der archäologischen Ausgrabung stellte sich heraus, dass der moderne Bau unmittelbar auf den Resten eines spätantiken Wohnhauses steht, von dem noch eine sorgfältig aufgeführte Bruchsteinmauer erhalten war. Das spätantike Gebäude verfügte über eine Fußbodenheizung: Von einer Heizkammer aus strömte die heiße Luft durch einen schlauchartigen Kanal unter dem Fußboden durch und erwärmte so den Raum.
Unter den Funden sind neben einer Münze des römischen Kaisers Hadrian (117-138 n. Chr.) glasiertes spätantikes Tongeschirr und vor allem 30 keramische Gewichte als Überreste eines einst hier aufgestellten Webstuhles hervorzuheben.

Lesen Sie dazu auch unsere Publikation:
Ulla Steinklauber, Das spätantike Gräberfeld auf dem Frauenberg bei Leibnitz, Steiermark (FÖMat A 10, 2002)

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