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Die Außenrestaurierung der Stadtpfarrkirche Eggenburg

Nordfassade, Kirchenfenster, Detail eines Masswerkes, nach Restaurierung.

Nordfassade, nach Restaurierung.

Südfassade mit Dachneudeckung (Pilotprojekt).

Nahaufnahme des Putzbestandes der Langhaus-Südwand.

Nahaufnahme des Putzbestandes am Chor

Pfarrer GR P. Parzer wird für sein Engagement für die Kirchenrestaurierung und in der Seelsorge geehrt

Die Sachbearbeiterin des Bundesdenkmalamtes, Ing. Urban-Leschnig, und der Leiter des Diözesanbauamtes, Architekt Pfoser, berichten im Rahmen des Festaktes über die Arbeiten

Die nach vier Jahren fertig gestellte Instandsetzung der Dächer, Fassaden und Bildwerke der Stephanskirche wurde am 22. April mit einer Festveranstaltung gefeiert.

St. Stephanus in Eggenburg ist eine der bedeutendsten mittelalterlichen Pfarrkirchen Österreichs. Der älteste Teil ist das romananische Ostturmpaar aus dem 12. Jahrhundert, das bereits anspruchsvolle Gliederungen mit Skulptur aufweist.
Das Langhaus stammt aus dem späteren 15. Jahrhundert und steht wie die Steyrer Stadtpfarrkirche oder die Kremser Piaristenkirche im direkten Einflussbereich der Wiener Dombauhütte. Kontakt fördernd waren sicher die nahe gelegenen Zogelsdorfer Steinbrüche, die auch den Nord-Turm des Stephansdoms mit Baumaterial versorgten.
Das Eggenburger Langhaus stellt dadurch gewissermaßen ein verkleinerte Form des Wiener Vorbildes dar. Dies äußert sich vor allem an den reichen Steinmetzarbeiten und im Besonderen an der Kanzel; die wie keine andere der berühmten Pilgramkanzel nachempfunden ist. 

An der weithin sichtbare und mit dem spätgotischen Langhaus und den flankierenden romanischen Türmen das Stadtbild von Eggenburg stark prägenden Kirche musste die Dachdeckung erneuert werden. Die Gleichförmigkeit von neuen Ziegeln auf dieser riesigen Dachfläche sollte abgemildert werden, indem man Ziegel aus unterschiedlichen Tonmaterial und verschiedenen Bränden, also hellere und dunklere, miteinander mischte. Ob das etwas lebendigere Farbenspiel dieses neuen Daches geeignet ist, ein gealtertes Erscheinungsbild wie vor der Dacherneuerung vorzutäuschen, kann jeder Betrachter für sich beurteilen.


Die Restaurierungsmaßnahmen an den Fassaden umfassten das Abnehmen der Überriebe des 19. Jahrhunderts und die Sicherung des darunter liegenden mittelalterlichen sowie frühbarocken Putzbestandes. Trotz der unterschiedlichen Erhaltungszustände und der Schwierigkeit die Übergänge zwischen den differenzierten Putzschichten (Altputzbestand und teilweise notwendige Putzergänzung) optisch kaum wahrnehmbar zu gestalten, präsentieren sich die Architekturoberflächen, die in Kooperation zwischen Restaurator und Handwerker bearbeitet wurden, als geschlossenes, einheitliches Fassadenbild.
Einen wichtigen Teil der Arbeiten betrafen die vielen Steinteile; als besonders arbeitsintensiv erwiesen sich neben den Strebepfeilern die hohen dreiteiligen Spitzbogenfenster mit ihren verschieden geformtem Maßwerken, sowie der ehemalige Torvorbau, die beiden romanischen Türme und die große Zahl von bedeutenden Epitaphen, die teilweise umfangreiche Farbfassungen aufweisen.
Das Ergebnis der Außenrestaurierung, deren restauratorische Maßnahmen auf detaillierten Voruntersuchungen und Probearbeiten basieren und die teilweise durch die Werkstätten des Bundesdenkmalamtes unterstützt wurden, ist aus denkmalpflegersicher Sicht als sehr gelungen zu bezeichnen. Das optisch sehr befriedigende Pilotprojekt der gemischten neuen Dachdeckung gelangte bereits bei weiteren Kirchen-Neueindeckungen zur Ausführung.


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