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Mariapfarr im Lungau: Restaurierung des „Zechnerkastens“

Mariapfarr, Zechnerkasten, 1999

Der "Zechnerkasten" 1999

Mariapfarr, Zechnerkasten, 2006

Der Kasten nach Abschluss der Fassadenrestaurierung 2006

Mariapfarr, Zechnerkasten, Giebel

Fassadendetail nach der Restaurierung

Ein besonders schönes Exemplar der für den Salzburger Lungau typischen Getreidekästen wurde in Zankwarn in der Gemeinde Mariapfarr restauriert.

Der Lungau, altes slawisches Siedlungsgebiet, zeigt in seiner Volkskultur und hauskundlichen Tradition eine enge Verbindung zu den benachbarten Bundesländern Steiermark und Kärnten. Dazu gehört als eindrucksvolles Beispiel dieser Kulturlandschaft das Zechnergut in Zankwarn, das bereits im Jahr 1074 in der Zehentbeschreibung des vom Salzburger Erzbischof Gebhard gestifteten Klosters Admont bezeugt ist.

Das Gut umfasst neben dem Haupthaus noch zwei Getreidekästen und eine Kapelle als zusammengehörige Baugruppe. Als Besonderheit des mit „A 1742 P“ bezeichneten Kastens gilt die überaus reiche mehrfärbige Bemalung mit Eckquadern, laufendem Hund, Fenster- und Türrahmungen, Rosetten, Blumenvasen und Haussegenbildern (Auferstehung, Gnadenmuttergottes von Mariapfarr, Hl. Florian in Secco). Diese in der Geometrie der Renaissance verhaftete Art der Ornamentierung blieb fast ausschließlich auf den Lungau beschränkt und fand im 18. Jahrhundert seine reichste Ausformung.

Durch das Zusammenwirken von Eigentümer, Land und Bundesdenkmalamt wurde die Restaurierung des gemauerten barocken Speichergebäudes ermöglicht. Nach der notwendigen Drainagierung und traditionell ausgeführten Brettereindeckung erfolgte die fachmännische Restaurierung der partiell stark abgewitterten Putzflächen auf Basis einer ausführlichen Befundung und unter Anleitung eines Restaurators. Nach der schonenden Abnahme des gesamten Letztanstriches und der durch Salzausblühungen und Feuchtigkeitsschäden zerstörten Putzplomben im Erdgeschoss aus den 60er Jahren war das Ziel die Erhaltung des originalen mehrfärbigen Kalkanstriches samt Ritzung.

Die ausführende Malerfirma wurde 2006 für die qualitätvolle Restaurierung mit dem Salzburger Handwerkspreis ausgezeichnet.

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