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Fernitz, ehem. Brückenwaage

Brückenwaagenhäuschen mit angebautem Eispavillon.

Technisches Bedienungsgerät.

Authentisch erhaltener Innenraum der Brückenwaage.

Segmentbogenfenster des Brückenwaagenhäuschens.

"Eiskalt" saniert.  Waren es früher schwere Lasten, ist es heute leichtere Kost – Eiscreme.

In der Markgemeinde Fernitz in der Steiermark liegt eine ehemals öffentliche Brückenwaage mit Häuschen aus der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Die funktionstüchtige Rollgewichtswaage mit einer Tragkraft von 25t stammt von der Firma C. Schember & Söhne aus Wien und wurde vorwiegend von den Fernitzer Landwirten benützt. Mit der Errichtung einer neuen Schwerlastbrückenwaage im Jahr 2005 wurde der Betrieb der alten Brückenwaage eingestellt.
Im Zuge der Sanierung des Brückenwaagenhäuschens wurde parkseitig ein runder Eispavillon nach Entwurf des Architekten DI Dr. techn. Oswald Madritsch angebaut, sodass die Brückenwaage mit technischer Einrichtung funktionstüchtig erhalten blieb.
Rasch war klar, dass eine Reihe von Anforderungen zu erfüllen bzw. Gegebenheiten zu berücksichtigen waren. So sollte in die durch eine gerasterte Pflasterung definierte Platzgestaltung nicht eingegriffen werden. Auch die Beleuchtungsachse, die von der Kirche bis zum Brunnen im Zentrum des Parks führt, durfte nicht unterbrochen werden. Dem Architekten war es wichtig, das Objekt markant aber unaufdringlich zu positionieren, die platzräumliche Situation abzuschließen und den Zugang zum Park zu akzentuieren, wobei die vorhandenen Bäume und Sträucher zu schonen waren. Die Größe des Objektes ergab sich aus den Anforderungen, der kreisförmige Grundriss wurde aus Gründen der Funktionalität gewählt. Da im Brückenwaagenhäuschen die gesamte Schaltanlage für die Parkbeleuchtung untergebracht war, konnte auch das Häuschen funktionell integriert werden. Die Materialien sollten einerseits eine assoziative Wirkung besitzen, anderseits sollten sie sich bewusst vom Waagenhäuschen absetzen; Stahl und Glas in kühlen Farben schienen am geeignetsten. Der in den pastelligen Farben von Speiseeis changierend leuchtende Spitz auf dem Rundbau hat vor allem nach Einbruch der Dunkelheit Signalwirkung. Eine ruinenartige Natursteinmauer aus vulkanischem Tuff bildet die Klammer zwischen Waagenhäuschen und Verkaufsstand, umfängt den Rundbau in leichtem Bogen an seiner Rückseite und leitet, konvex ausschwingend und niedriger werdend, zum Park über. An diesen auslaufenden Mauerabschnitt schmiegen sich Sitzstufen aus Sichtbeton mit Sitzflächen aus massivem Holz. Gleichzeitig ist die Mauer auch die Rückwand einer Pergola, die sich über die Sitzstufen spannt. Der gepflasterte Vorplatzbereich vor der breiten, mit einer gläsernen Schiebetür verschließbaren Öffnung, in der das Eispult steht, wird von einem dreieckigen Sonnensegel beschattet Die Zulieferung erfolgt durch eine Tür in der Glaswand zwischen Natursteinmauer und Wagenhäuschen an der vom Platz abgewandten Seite. 
 

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