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Eisenstadt, Schloss Esterházy
Restaurierung des klassizistischen Portikus

Eisenstadt, Schloss Esterházy, Portikus

Blick vom Leopoldinentempel auf Schloss und Schlosspark. Joseph Jonas, 1859

Nordansicht des Schlosses Esterházy. Vinzenz Reim, 1851

Eisenstadt, Schloss Esterházy, Portikus: Schäden an der Holzkonstruktion

Eisenstadt, Schloss Esterházy, Portikus

Eisenstadt, Schloss Esterházy, Portikus

Schloss Esterházy in Eisenstadt, eines der populärsten Wahrzeichen des Burgenlandes, zählt gemeinsam mit seiner Gartenanlage zu den bedeutendsten Repräsentationsbauten des Hochadels der ehemaligen Monarchie. 

Das Schloss steht nicht nur für die Dynastie der Fürstenfamilie Esterházy, sondern auch für das Wirken von Joseph Haydn, nach dem der berühmte „Haydnsaal“ benannt ist. Für das Landeskonservatorat für Burgenland bedeutet dies eine kontinuierliche Beschäftigung mit der Anlage.
Unabhängig von einem zur Diskussion stehenden Großprojekt der Stiftung Esterházy laufen derzeit Erhaltungs- und Restaurierungsmaßnahmen, wobei nun die Sanierung des mächtigen gartenseitigen Portikus im Mittelpunkt steht.
Die über drei Geschosse laufende, an den viergeschossigen Mittelrisalit angebaute Vorhalle mit doppelter korinthischer Säulenreihe gehört mit den seitlichen Rampen zum bestimmenden Element des nur rudimentär ausgeführten großangelegten Um- und Ausbauprojektes des Fürsten Nikolaus II. nach Plänen von Charles von Moreau aus den Jahren 1797-1805 (Entwurf 1794).

Noch vor wenigen Monaten war eine routinemäßige Stuckrestaurierung und Färbelung vorgesehen. Doch während der Untersuchungen zeigte sich das volle Ausmaß von teils enormen Schäden. Einerseits verunklärt und schädigt eine schwer zu entfernende dicke Dispersionsschicht den höfisch-klassizistischen Stuckzierrat, andererseits weist die Haftung der großen Rosetten auf dem Putzträger bereichsweise hohe Instabilität auf. Die größte Herausforderung stellt allerdings der Zustand der Holzunterzüge der Decke dar, wo sich im Zuge der Sondierungen ein derartiges Schadensbild erkennen ließ, dass bereits bedenkliche Auswirkungen auf das statische Gefüge zu erwarten sind. Aufgrund von undichten Stellen des Blechdaches über dem sehr flachen Dachstuhl hat wiederholter Feuchteeintritt vor allem an einigen Tramköpfen zu punktuellem Pilzbefall geführt. Wieder einmal haben darüber hinaus ältere unfachgerechte Sanierungsmaßnahmen die Schäden noch massiv verstärkt: an einem Tram beispielsweise brachte die Abnahme eines dichten Zementputzüberzugs einen irreparablen Schaden durch großflächige Weißfäule zu Tage, sodass nur mehr ein Totalaustausch Abhilfe schaffen kann.

Während zur Zeit die Freilegungs- und Restaurierungsarbeiten am Stuck mit Hochdruck laufen, wird gleichzeitig ein Konzept zur Holzreparatur bzw. statischen Konsolidierung umgesetzt und von der Architekturabteilung des BDA das ungewöhnliche Konstruktionsprinzip des Vorbaus dokumentiert.

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