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Das neue Besucherzentrum im Stift Klosterneuburg

fertiggestelltes Besucherzentrum

Das neue Besucherzentrum in der Sala terrena (Foto: Stift Klosterneuburg)

Ostfassade

Blick auf die Ostfassade des Stiftes, rechts die Sichtbetonwand der neuen Tiefgarage, links die historischen Befestigungseinrichtungen des Stiftes (Foto: Stift Klosterneuburg)

Ostfassade

Der neue Besucherzugang führt nun über eine neu angelegte Terrasse zur Ostfassade des Stiftes. (Foto: Stift Klosterneuburg)

Empfangstheke

Die modernen Möbel des Besucherzentrums fügen sich gut in das historische Umfeld ein (Foto: driendl*architects)

Altlant

Atlantenskulptur im Zustand vor der Reinigung. Der Fugenmörtel zwischen Oberarm und Rumpf ist noch ungeschliffen, die Plastiken selbst tragen noch ihre Versetzmarkierungen 

Reinigungsproben an den Steinoberflächen

Zur Festlegung der Reinigungsmethode und des Reinigungszieles wurden Musterflächen an den verstaubten Steinen angelegt (Rechteckige Fläche in der Bildmitte)

Mit der glanzvollen Neueröffnung des Stiftsmuseums im Augustiner Chorherrenstift Klosterneuburg wurde kürzlich eines der größten Kulturprojekte Niederösterreichs feierlich abgeschlossen.

Für Besucher bisher nicht zugängliche Bereiche des Stiftes wurden neu erschlossen und eingerichtet, darunter die seit der Barockzeit annähernd unberührt gebliebene Baustelle der Sala terrena. Insgesamt stehen nun rund 5.200 m² Ausstellungsfläche zur Verfügung, um das bedeutende Stift und seine wertvollen Kunstsammlungen angemessen zu präsentieren. Daneben erfuhr das gesamte touristische Angebot eine wesentliche Modernisierung.

Das Stift Klosterneuburg wurde1114 vom Markgraf Leopold III., der später heiliggesprochen und zum Landespatron erhoben wurde, gegründet. Seit Jahrhunderten kommen hier die Augustiner Chorherren ihrem religiösen, sozialen und kulturellen Auftrag nach.

Im Laufe der nun fast 9 Jahrhunderte seines Bestehens sammelten sich im Stift bedeutende Kunstschätze an. Einer der Berühmtesten ist wohl der Verduner Altar aus Email, der 1181 entstand. Daneben beherbergen die Sammlungen die Hauptwerke der österreichischen mittelalterlichen Kunst.

Auch aus architektonischer Sicht zählt die weitläufige Anlage zu den herausragenden Leistungen der Baukunst. Besonders der unter Kaiser Karl VI. erfolgte barocke Ausbau hat wesentlich das bis heute gültige Erscheinungsbild der Anlage geschaffen.

In den letzten Jahren errichtete man eine neue Tiefgarage für Busse und PKWs. Von dort aus kommt der Besucher von Osten zum Stift, wo ein neuer Empfang in einem bisher nicht öffentlich zugänglichem Saal eingerichtet wurde. Diese "Wiederentdeckung" des Gartensaals (Sala terrena) mit den daran anschließenden Gängen und Stiegen ist die Hauptattraktion der jüngsten Umbaumaßnahmen. Das mächtige Kuppelgewölbe wird von kolossalen Atlantenfiguren (um 1735, Lorenzo Matielli) getragen. Sie bilden gemeinsam mit der monumentalen Architektur von Donato Felice d’Allio einen der künstlerisch bedeutendsten Räume des mitteleuropäischen Barocks.
Wegen einer unvermittelten Einstellung aller Bauarbeiten im Jahr 1740 war der Raum unfertig zurückgeblieben und erzählt uns heute von Bauablauf und Bautechnik einer Baustelle zur Blütezeit der barocken Stiftsausbauten in Österreich.

Dieser seltene Zustand der Unvollendetheit wurde mit großer Sorgfalt zu erhalten versucht. Die Oberflächen erfuhren eine sanfte Reinigung, es wurden ein neuer Fußboden und neue Fenster eingebaut. Die Vermauerung der Fenster hatte früher den Raum dunkel und kellerartig scheinen lassen. Nach deren Öffnung erlebt man nun einen von Tageslicht sanft durchfluteten Raum, die durch zusätzliche künstliche Beleuchtungseffekte tiefen Eindruck auf den Besucher macht .

Neben der Neuerschließung der sala terrena wurden im Frühjahr 2006 noch umfangreiche Arbeiten in anderen Museumsbereichen, in der Stiftskirche, den Gartenanlagen fertiggestellt, archäologische Ausgrabungsstätten werden neu präsentiert und damit weitere attraktive Ziele für Kunst- und Kulturinteressierte geschaffen.

(M.K.)

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