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Wien 1, Stephansdom, Epitaph mit Schmerzensmann 1521Restauriert wieder zurück in den Dom

Zustand nach der Restaurierung

Detail mit Schmutz und Sinterkrusten

Detail nach Restaurierung

Detail vor Freilegung

Detail nach Restaurierung

Restauratorin während Untersuchung

Nach fast einjähriger Konservierung und Restaurierung in den Amtswerkstätten für Kunstdenkmale des BDA kann der Epitaph der Domherren Hager und Hueber (1514 bzw. 1521) noch vor Ostern wieder im Stephansdom präsentiert werden.

Das Relief ist aus feinem Breitenbrunner Kalksandstein gefertigt.
Über breiter Wandkonsole mit Schriftband steht der zweigeteilte, von zwei Säulen gerahmte schreinartige Aufbau mit einer bekrönenden Segmentbogenlünette mit Inschrifttafel als Abschluss.
Der Schrein zeigt unten die beiden Stifter Georg Hager und Jakob Georg Hueber, hinter ihnen die Apostel Matthaeus und Philippus, darüber die Halbfigur Christi als Schmerzensmann, umrankt von Wolken und Engelsköpfen.

Besonders auffallend ist die „rüschenartige“ Gestaltung der Wolkengebilde, ein Stilelement der beginnenden Frührenaissance.
Bemerkenswert ist die noch großteils erhaltene, originale Polychromie des Epitaphs, die an mehreren Stellen im Barock überfasst wurde. Bis zur Konservierung und Reinigung 2005 blieb die äußerst differenzierte und hochrangige Bemalung unter dickem Staub und Sinterschichten verborgen.
Nur mehr wenige derartiger Bildwerke sind in ihrer originalen Farbenpracht im Dom erhalten. Solch farbenprächtige Kunstwerke bieten einen interessanten, belebenden Kontrast zu den grauen und ockerfarbenen Außen- und Innenfärbelungen der Domwände. Leider hatte frühere Reinigung die Polychromie der Säulenumrahmung bei diesem Epitaph völlig zerstört.

Mehr als 800 Arbeitsstunden waren für Konservierung, Farbfestigung, Freilegungs- und Restaurierungsarbeiten an diesem Gedenkstein notwendig. Die sehr hartnäckigen Sinterschichten konnten nur bei ständig wiederholter Farbschichtfestigung mit dem Skalpell unter der Lupe abgenommen werden.
An Stellen, an denen die Polychromie verloren war, konnte die Steinoberfläche mit Laser (Gerät der Dombauhütte) gereinigt werden. Exakte Verkittung kleiner, störender Ausbrüche und ergänzende, teils rücktönende Aquarellretusche macht  die Formen- und Farbsprache wieder lesbar.

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