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Kleinfrauenhaid, Mausoleum der Familie RothermannEin Werk von Theophil Hansen im Burgenland?

Kleinfrauenhaid, Mausoleum der Familie Rothermann, 1872

Kleinfrauenhaid, Rothermann-Gruft

Kleinfrauenhaid, Rothermann-Gruft

Kleinfrauenhaid, Rothermann-Gruft

Kleinfrauenhaid, Rothermann- Gruft

Kleinfrauenhaid, Rothermann-Gruft

Kleinfrauenhaid, Rothermann-Gruft

Kleinfrauenhaid, Rothermann-Gruft

An der Nordseite der katholischen Pfarr- und Wallfahrtskirche wurde 1872 die Gruftkapelle des evangelischen Industriellen Peter Daniel Ritter von Rothermann angebaut.

Rothermann, Gründer der Zuckerfabrik Hirm, engagierte sich als überzeugter Protestant , war aber mit einer katholisch getauften Frau verheiratet und unterstützte auch katholische Projekte; so ist die bauliche Kombination mit der katholischen Pfarrkirche nachvollziehbar.

Der kubische Baukörper mit reichem historistischen Dekor und überkuppeltem Zentralraum mit eingestellten Seitenarmen orientiert sich primär an der Formensprache der damals als besonders repräsentativ empfundenen italienischen Renaissance und hebt sich in seinem dem Kunstwollen der Ringstraßenarchitektur verpflichteten Erscheinungsbild von der regionalen Baukultur ab. Aus der bisherigen Quellenlage geht der planende Architekt zwar nicht hervor, aus stilistischen Gründen wird der kleine Backsteinbau jedoch überzeugend Theophil Hansen zugeschrieben, der seinerseits durch eine Anzahl von Bauten für evangelische Gemeinden im Wiener Raum, etwa die evangelische Schule am Karlsplatz oder die Kapelle am evangelischen Friedhof, hervorgetreten ist. Bei der gleichermaßen beeindruckenden Ausstattung zeichnet zumindest für die bildhauerischen Arbeiten Ludwig Gloss verantwortlich, ein ebenfalls für Ringstraßenbauten (z.B. Rathaus) tätiger Künstler, dessen mächtig-dominierender Engel in Carraramarmor mit 1876 und zwei Rothermann-Portraitmedaillons mit 1890 datiert sind.

Aufgrund der geringen finanziellen Mittel der privaten Eigentümer können die Instandhaltungsmaßnahmen dieses bedeutenden Beispiels gründerzeitlicher Sepulkral-Baugesinnung des Großbürgertums nur in kleinen Schritten erfolgen.
Die Kapelle zeigte bereits umfassende Schäden an den Malereien in der Kuppel und an den mit Stuckmarmor veredelten Wänden. Mit der Sanierung der Lünettenfenster, der Festigung und Restaurierung des Stuckmarmors sowie der Malereien bis zum Kranzgesims konnten in jüngster Zeit erste, dringend notwendige Schritte einer Innenrestaurierung gesetzt werden.

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