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Heimatmuseum "Huber-Haus" in Lech am ArlbergBäuerliche Wohn- und Arbeitskultur vom 16. bis in die Mitte des 20. Jahrhunderts

Rekonstruierte Rauchküche

Rekonstruierte Rauchküche ©Archiv der Gemeinde Lech

Ansicht des Huberhauses mit Bewohnern um 1900

Ansicht des Huberhauses mit Bewohnern um 1900 ©Archiv der Gemeinde Lech

Lech HNr. 26 Heimatmuseum Fassade vor Sanierung

Lech Hnr. 26 mit den um1950 eingebauten Fenstern ©Archiv der Gemeinde Lech

Lech HNr. 26 Heimatmuseum Fassade nach Rekonstruktion

 Fassade nach Rekonstruktion, Zustand 2005

Stube und Kammer mit alter Einrichtung

Stube und Kammer mit alter Einrichtung ©Archiv der Gemeinde Lech

Werkstatt mit alter Einrichtung

Werkstatt mit alter Einrichtung ©Archiv der Gemeinde Lech

Das 1590 erbaute Haus Nr. 26 in Lech, dreiraumtief und 6-zellig im Holzbau über gemauerten Keller errichtet, ist das derzeit älteste bekannte Walserhaus mit dieser Grundrissorganisation.

Vor allem im 19. Jahrhundert wurde das Haus mehrmals umgebaut, eine Selchkammer wurde eingebaut, einige Zeit später wurde die Dachkonstruktion um- und ausgebaut. Im 20. Jahrhundert wurden, um den Wintertourismus zur Zimmervermietung nutzen, weiter umgebaut. 

Nach zahlreichen Vorarbeiten inkl. einer aufschlussreichen Bauuntersuchung wurde das alte Walserhaus im Zentrum von Lech baulich saniert und entsprechend seiner neuen Bestimmung als Heimatmuseum eingerichtet. Einrichtung und Exponate vom Barock bis zur Gegenwart stammen großteils von den ursprünglichen Besitzern, der Familie Huber. Eine besondere Herausforderung war die Rekonstruktion der Rauchküche, die jetzt die Entwicklung von der offenen Feuerstelle bis zum Sparherd zeigt. Besonders wertvoll ist die noch funktionstüchtige Ausstattung der "Küferwerkstatt", die teilweise aus dem 18. Jahrhundert stammt.

Um das ursprüngliche Fassadenkonzept zu zeigen, wurden die nachträglich um 1950 eingeschnittenen großen Fenster durch kleine Schieberfenster nach Walserart ersetzt. Die daraus resultierende neue Bretterverschalung löste Diskussionen im Ort aus; eine „künstliche Alterung“ entspricht jedoch nicht den gängigen Grundsätzen der Denkmalpflege, und man entschloss sich daher, die Fassade im Laufe der Jahre durch Sonne, Regen und Wind natürlich altern zu lassen. Im Museum sind neben historischen Wohn, Arbeits- und Schlafräumen (hauptsächlich im Erdgeschoss) Bereiche für wechselnde Ausstellungen im oberen Stockwerk und  das Gemeindearchiv mitsamt Büro untergebracht. Gerade in der Tourismusregion Arlberg, wo soviel Neues gebaut (und auch Altes abgerissen wird), zeigt das nun fertig gestellte Museum die Wohn- und Arbeitsverhältnisse der bäuerlichen Bevölkerung vom 16. bis in die Mitte des 20. Jahrhunderts in besonders eindruckvoller Weise. Die derzeit stattfindende Eröffnungsausstellung beschäftigt sich mit der Geschichte des Hauses und seiner Bewohner.

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