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Gesamtkunstwerk Villa Lanna, Gmunden

Die Villa wird durch den Park Bestandteil der Natur

Gartenpavillon mit hölzernen Arkaden

Gartenpavillon mit ornamentalen Wandmalereien

Meierei, alter Stall mit mächtigem Stichkappentonnengewölbe

Portierfenster mit Holzjalousie

Pförtnerhaus, Fassade in Formen des Historismus

Portalanlage mit gusseisernem Tor

Die Denkmalanlage, bestehend aus der Villa Lanna, dem Gartenpavillon, der Meierei, dem Pförtnerhaus und dem Garten, ist ein markanter architektonischer Akzent in der Landschaft des Salzkammerguts.

Die Denkmalanlage Villa Lanna ist ein Gesamtkunstwerk des 19. Jahrhunderts, entstanden aus dem Streben nach stilistischer und formaler Einheit von Architektur, Plastik, Malerei, Ornamentik, Kunsthandwerk und Gartenkunst. Nach Vorbild der italienischen Hochrenaissance umgibt ein architektonisch gestalteter Garten auf mehreren Terrassen einen herrschaftlichen Ansitz, sodass eine enge Wechselbeziehung zwischen Architektur und Natur entsteht. Die dem strengen Historismus verpflichtete Villa steht im Mittelpunkt der Gartenanlage. Heute zählt die Villenanlage zu den bedeutendsten des österreichischen Historismus.
Nach der bereits 1984 unter Denkmalschutz gestellten Villa folgten 2006 der Gartenpavillon, die Meierei und das Pförtnerhaus sowie die architektonische Gestaltung und Ausstattung der Gartenanlage.

Der Bauherr, der Industrielle Adalbert Freiherr von Lanna legte Planung, Entwurf und Ausstattung der gesamten Anlage in die Hände des Architekten Gustav Gugitz, der an der Entstehung der bedeutenden Wiener Ringstraßenarchitektur, insbesondere dem Bau der Wiener Staatsoper, beteiligt war.

Villa

Der zweigeschoßige Bau bezieht seinen besonderen Charakter aus der malerischen Auflockerung der streng zentralisierten Grundstruktur. Die zentrale Disposition erhält durch die dem Garten zugewandte Hauptfront mit der vorgelagerten Treppenanlage ihr Gegengewicht. An der Südwestecke ragt als charakteristisches Villenmotiv ein polygonaler, pilastergegliederter Eckturm vor.

Gartenpavillon

Im Osten befindet sich der einräumige, gegen Süden offene, loggienähnliche Gartenpavillon. Bemerkenswerte hölzerne Arkaden in Laubsägestil verbinden die tragenden Pfeiler. Die Wände sind mit ornamentalen Wandmalereien verziert. Ein breiter Friesstreifen in Grisaille-Technik (einer aus verschiedenen Grautönen bestehenden Malerei) zeigt auf sechs Feldern See- und Flusstiere, Muscheln, Fische, Tritonen, Meeresfabeltiere, See-Kentauren, Delphine.

Meierei

Bei der heute als Meierei bezeichneten sogenannten „alten Villa“ lassen sich an der uneinheitlichen äußeren sowie inneren Gestaltung unterschiedliche Bauphasen ablesen. Der ältesten Phase gehören der Stall und ein Teil des Einfahrtstraktes an. Sie bilden den Überrest des alten „Guts Michel am Lehen“.

Pförtnerhaus

Die in Formen des Historismus gestaltete Fassade ist charakterisiert durch eine umlaufende Nutung, kieselsteinbesetzte Ortsteinquader sowie ebenso gestaltete Keilsteine über Fenster und Türen. Neben der über eine Steinstiege zu erreichenden Außentüre ist auch noch das hohe, schmale Portierfenster mit Holzjalousie erhalten.
Das Pförtnerhaus ist unmittelbar mit der Portalanlage verbunden. Die gusseisernen Tore werden von zwei mächtigen Pfeilern mit hohem, verkröpftem Kapitell und weit vorkragender Abdeckplatte gehalten.

Garten

Die Villa Lanna wurde als Familienlandsitz auf einem künstlich aufgeschüttetem Hügel über dem Traunsee errichtet. Ein wichtiger Aspekt neben der Lage des Hauses ist der umgebende Park. Strenge Geometrie, axiale Prospekte und symmetrische Anordnung sind wesentliche Gestaltungsfaktoren und zugleich Merkmale des französischen Barockgartens. Die Villa des 19. Jahrhunderts stand nie als einzelnes Monument für sich, sondern sie war stets Bestandteil ästhetisch begriffener Natur.

Der Villenkomplex Lanna gehört zu den wichtigsten Denkmalen historistischer Gartenkultur Österreichs. 
 



 

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