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Pipeline in die Eisenzeit

Bronzene Doppelspiralfibel mit Achterschleife aus der Hallstattkultur

Ofenbefund der älteren Eisenzeit während der Freilegung

Bruchstück einer Gussform für Bronzenadeln mit kugeligem Kopf

Archäologische Grabungen auf der Trasse einer Erdgasleitung im südlichen Innviertel.

Die Rohöl-Aufsuchungs-AG plant die Errichtung einer großen Erdgasversorgungsleitung durch das südliche Innviertel. Die Leitungstrasse von Haidach bei Strasswalchen (Bundesland Salzburg) nach Überackern wurde bereits während der Planungsphase durch das Luftbildarchiv am Institut für Ur- und Frühgeschichte der Universität Wien archäologisch prospektiert.
Nahe des bereits Ende des 19. Jahrhunderts untersuchten hallstattzeitlichen Hügelgräberfeldes Gilgenberg-Gansfuß verläuft die Leitung im Bereich einer Hochterrasse. Auf einem benachbarten Grundstück konnte im Jahr 1995 nach einer Begehung auch eine frühlatènezeitliche Schnabelkanne aus Ton geborgen werden. In der Zeit zwischen 2. Mai und 30. September 2005 wurde die Leitungstrasse im Bereich der Gemeinde Gilgenberg am Weilhart archäologisch untersucht. Die Baubreite von 25 m für die Errichtung der Gasleitung erforderte die Untersuchung einer Gesamtfläche von rund einem Hektar. Rund 100 m östlich der zum unteren Weilhartforst abfallenden Kante der Hochterrasse der Flur Bierberg konnten auf einer Länge von etwa 350 m insgesamt 960 Bodenverfärbungen einer Siedlung der Hallstattkultur (8.-5. Jh. v. Chr.) ergraben werden. Neben zahlreichen Pfostensetzungen von hölzernen Ständerbauten kamen Siedlungs- und Vorratsgruben sowie einige Ofenbefunde und eingetiefte Grubenhäuser zu Tage. Durch den anstehenden schweren Lehmboden sind auf der Fundstelle die Knochen restlos vergangen. Aus einigen Siedlungsgruben ließen sich mehrere Keramikgefäße der Hallstattkultur fast vollständig zusammensetzen. Neben einer ganz erhalten Doppelspiralfibel mit Achterschleife verdient das Bruchstück einer Gussform für fünf Nadeln mit jeweils unterschiedlich großem, kugeligem Kopf besondere Erwähnung. Einige Kleinfunde weisen auf eine Nutzung der Siedlung ab der späten Urnenfelderkultur (10.-9. Jh. v. Chr.) hin.


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