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Restaurierung des Theseustempels im Wiener Volksgarten Volksgarten, Wien 1.

Theseus-Tempel im Wiener Volksgarten

Um die technische Durchführbarkeit der ursprünglichen Bleiweißfassung des Theseustempels zu prüfen und gleichzeitig eine Vorstellung von der künftigen Oberfläche zu gewinnen, wurde bereits eine kleine Musterfläche angelegt.

Die Oberflächen und Substanz des Theseustempels sind mittlerweile stark angegriffen und in schlechtem Zustand. Die umfangreichen Untersuchungen und Vorarbeiten für die Restaurierung des Tempels finden derzeit statt.

Der 1820 bis 1823 errichtete Theseustempel befindet sich heute in einem trostlosen Zustand und soll nun einer umfassenden Restaurierung unterzogen werden.

Die Vorarbeiten mit umfangreichen Untersuchungen und Materialanalysen für die Restaurierungsmaßnahmen des Theseustempels laufen derzeit auf Hochtouren. Die Burghauptmannschaft als Eigentümerin und das BDA erwägen derzeit, dem Tempel seine ursprüngliche strahlend weiße Farbfassung wiederzugeben.

Der 1820 bis 1823 errichtete Tempel war für eine der damals prominentesten modernen Skulpturen, der Theseusgruppe von Antonio Canova, bestimmt. Canova, wohl der berühmteste Bildhauer seiner Zeit, entwarf das Werk für ein Denkmal in Mailand, das den Sieg Napoleons über Österreich in der Schlacht bei Marengo (im Jahr 1800) glorifizieren sollte. Nach weitgehender Fertigstellung der Skulptur 1814 – mittlerweile hatte sich die politische Situation grundlegend geändert – suchte Canova einen neuen Abnehmer und fand ihn ausgerechnet in der Person Kaiser Franz I., der den Bildhauer sogar in seinem Atelier in Rom besuchte. 1822 gelangte das Bildwerk nach Wien und wurde zunächst im Theseustempel, später, 1890, im Stiegenhaus des Kunsthistorischen Museums aufgestellt.

Der „leere“ Theseustempel befindet sich heute in einem trostlosen Zustand und soll nun einer umfassenden Restaurierung unterzogen werden. Umfangreiche Archiv-Recherchen und Befundaufnahmen vor Ort erbrachten ein überraschendes Ergebnis: Der Tempel war ursprünglich zur Gänze mit poliertem Bleiweiß gefasst, das heißt, er hatte eine blütenweiße, matt glänzende und vollkommen glatte Oberfläche, nicht unähnlich der eines glasierten Augartener Porzellans. Es liegt auf der Hand, dass sich im Falle einer Wiederherstellung dieses Zustands die Wienerinnen und Wiener an einen neuen Theseustempel gewöhnen müssen! Um die technische Durchführbarkeit dieser Maßnahme zu prüfen und gleichzeitig eine Vorstellung von der künftigen Oberfläche zu gewinnen, wurde bereits eine kleine Musterfläche angelegt.

Nur wenige wissen, dass sich unter dem Tempel riesige unterirdische Räume befinden, deren Ausstattung sich aufgrund der Durchfeuchtung des Mauerwerks in einem desolaten Zustand befindet. In Triest aufgefundene Originalpläne vom Architekten Pietro Nobile geben einen Eindruck von diesen Hallen und bilden die Grundlage für eine bauliche Sanierung in diesem Jahr.

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