Zur Navigation springen |Zum Inhalt springen
 
 

Archäologische Grabungen in der Filialkirche
Hl. Anna Goldegg, Land Salzburg

Goldegg, Goldeggweng, Keramikfunde 2005

Keramikfunde in der Filialkirche Hl. Anna

Münzfunde

Bei archäologischen Grabungen im Zuge der Sanierung der Filialkirche Hl. Anna in Goldeggweng (Gemeinde Goldegg, Land Salzburg) wurde interessantes Fundmaterial aus dem 15.-18. Jahrhundert geborgen.

Im Zuge einer umfassenden Sanierung der Filialkirche Hl. Anna in Goldeggweng (Gemeinde Goldegg, Land Salzburg) musste wegen der starken Durchfeuchtung des Mauerwerks auch ein flächiger Bodenaustausch vorgenommen werden. Die begleitende archäologische Untersuchung (Abteilung Bodendenkmale des Bundesdenkmalamtes) im Mai und Juni 2005 erbrachte wichtige Aufschlüsse zur Bauabfolge.

Demnach wurde analog zu den urkundlichen Quellen Anfang des 16. Jahrhunderts ein Neubau an dieser Stelle auf dem Schwemmkegel des Wengerbaches errichtet. Als Unterfüllung des ältesten Estrichbodens diente anplaniertes Siedlungsmaterial, aus dem die Mehrzahl der geborgenen Fundstücke stammt. Die spätgotische Kirche war mit einem Hauptaltar in der Apsis bzw. einem Seitenaltar an der südlichen Längswand ausgestattet, der Zugang erfolgte über eine später zugesetzte Portalöffnung in der nördlichen Längswand unmittelbar vor einer auf Holzstützen aufruhenden, kurzen Empore.

In einer barocken Bauphase um 1700 wurde der Seitenaltar abgebrochen bzw. der Standort des Hauptaltars Richtung Apsis verschoben. Der zugehörige Estrichboden überdeckt den Sockelunterbau des Seitenaltars wie auch die Unterlagssteine der Emporenstützen. Dieser Bauphase dürfte auch der Einbau einer halbrunden Nische in der Südwand des Kirchenschiffes zuzurechnen sein.

Die Verlegung eines Holzfußbodens im 18./19. Jahrhundert störte mit seinem Unterbau die Estrichlage der Phase 2. In den „Pfostengräben“ fanden sich zahlreiche Putzstücke mit Farbresten, die auf eine urkundlich nicht fassbare Innenraumrenovierung verweisen.

1893 bzw. 1944 wurden jeweils neue Bodenlagen aus färbigen Kunststeinplatten verlegt, der Holzunterbau für das Gestühl im Kirchenschiff blieb hierbei aus der Bauphase 4 weiter in Benutzung.

Das Fundmaterial umfasst Graphittonkeramik mit Stempelmarken des 15./16. Jahrhunderts, von denen einige Gefäße vollständig rekonstruiert werden konnten, weiters mehrere fragmentierte Zierbeschläge aus Buntmetall, diverse Eisenartefakte und einige Münzen. Zu nennen wären etwa ein böhmischer Pfennig des 15. Jahrhunderts, ein fast prägefrisch erhaltener Salzburger Kreuzer (1700) und ein bayerischer Groschen des Kurfürsten Max Emanuel von 1719.

Druckersymbol Druckversion