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Wandmalereien revisitedLaufende Restaurierarbeiten in der Johanneskapelle von Pürgg (Stmk)

Das Team

Das MitarbeiterInnenteam mit Fachdirektor Dr. Euler und Landeskonservator Dr. Brugger.

REM Bild Pilze

Rasterelektronenmikroskopische Aufnahme des mikrobiologischen Befalls der Wandflächen.

Laserreinigung

Restauratorin Mag. Magdalena Schindler bei der Laserreinigung.

Kapelleninnenraum

Arbeitssituation in der Kapelle.

Mag Markus Santner

BDA-Fachbereichsleiter für Wandmalerei Mag. Markus Santner bei der Oberflächenreinigung.

Detail Vorzustand

Detail der romanischen Wandmalereiausstattung im Vorzustand.

Von Juli bis August 2012 führt die Abteilung für Konservierung und Restaurierung des Bundesdenkmalamtes weiterführende Untersuchungen und Konservierungsmaßnahmen an den romanischen Wandmalereien in der Johanneskapelle von Pürgg durch.

Die im 11. oder frühen 12. Jahrhundert erbaute Kapelle befindet sich auf einer Anhöhe im Pürgg im Ennstal.. Die aus dem 12. Jahrhundert stammenden Malereien zählen zu den ältesten und am besten erhaltenen Wandmalereien Österreichs. Besonders das vollständig erhaltene Programm zeichnet die Qualität der Ausstattung aus.

Für viele Jahrhunderte waren die Malereien unter Kalktünchen versteckt und sind so im Laufe der Zeit in Vergessenheit geraten, bis sie in den 1870er Jahren wieder entdeckt und zum Teil freigelegt wurden. Details wie z.B. die bemerkenswerte Darstellung des Mäusekrieges oder der Chorraum wurden erst in den 1880er Jahren freigelegt. Eine erste Restaurierung unter der Leitung der „kk Central-Commission zur Erforschung und Erhaltung der Kunst- und historischen Denkmale“ (der ersten staatlichen Denkmalpflegeeinrichtung in Österreich) erfolgte 1893/94, wobei die Malereien der damaligen Haltung entsprechend übermalt bzw. nachgemalt wurden, um so dem Betrachter die Lesbarkeit zu erleichtern und die Bildwirkung zu vervollständigen. Bedingt durch die dabei verwendeten ungeeigneten Materialien zeigten sich bereits um die Jahrhundertwende entsprechende Oberflächenschäden, die um 1914/15 zu einer teilweisen Abnahme der Übermalungen führten. Weitere sog. „Entrestaurierungen“ erfolgten 1938/39 sowie 1949. Die bislang letzten Sicherungsarbeiten und Zustandserhebungen wurden 1977 von Prof. Ivo Hammer und 1990 bis 1994 von Prof. Heinz Leitner durchgeführt.

Besonders die extreme Wetterexposition und die damit verbundene hohe Feuchtigkeit in der Kapelle machten den Malereien in den letzten Jahrzehnten stark zu schaffen. Bakterien und Pilze besiedelten in Folge die Oberfläche der Malereien und führten so zu einer optischen Beeinträchtigung aber auch zu einer substanziellen Gefährdung. Im Rahmen eines von der Abteilung für Konservierung und Restaurierung geleiteten Pilotprojektes werden derzeit an der Triumphbogenwand Proberestaurierarbeiten durchgeführt. Die Arbeiten umfassen im Wesentlichen Klimamessungen, eine Reinigung der Oberflächen von Staub und Mikroorganismen, eine Abnahme alter Kittungen und die Definition eines einheitlichen Gesamteindrucks. Dazu wurde ein Spezialistenteam, bestehend aus RestauratorInnen, Klimafachleuten, MikrobiologInnen, einem Chemiker, einem Geologen, Bauforschern und KunsthistorikerInnn gebildet, um gemeinsam ein zielgerichtetes Vorgehen zu ermöglichen.


Projektpartner:
Institut für Meteorologie, Universität für Bodenkultur
Institut für angewandte Mikrobiologie, Universität für Bodenkultur
 

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