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Die Fremden aus den Schächten

Freie Steinmetze meißeln Granitüberlager

Ein "Fremder" bearbeitet einen Granitblock. Fahrender Steinmetz auf der Ruine Falkenstein.

"Fremde" in Falkenstein: Handwerksburschen auf der Walz

Strenge Regeln für die Handwerksburschen: die traditionelle Kluft muss immer getragen werden.

Handwerker "auf der Walz" unterstützen die Sanierung der Burgruine Falkenstein.

Sie nennen sich "Fremdgestellte", "Freireisende", "Tippelbrüder" oder einfach "Fremde". Ihre Handwerksorganisationen heißen "Schächte" und diese schicken ihre ausgelernten Gesellen auf eine entbehrungsreiche Wanderschaft für drei Jahre und einen Tag.

Strenge Regeln


Das Leben "auf der Walz" ist hierbei jedoch an strenge Regeln gebunden, die z.B. den Gebrauch jeglicher moderner Kommunikationsmittel wie Internet oder Handy verbieten und auch Fortbewegung nur durch wandern ("tippeln") oder trampen gestatten. Auch darf der Heimatort und ein darum gezogener "Bannkreis" von 50 km nicht betreten werden. Der Wandergeselle muss hierbei ständig seine historisch traditionelle "Kluft" tragen und auch sein gesamtes Hab und Gut in einem einzigem Stofftuch, dem so genannten "Charlottenburger" mit sich führen.

Handwerkskunst und fachlicher Austausch stehen im Mittelpunkt


Seit einer Woche haben sich nun gut ein Dutzend "Fremde" an der Ruine Falkenstein im Mühlkreis eingefunden, um die Sanierungsarbeiten zu unterstützen, die dort in Zusammenarbeit mit dem Bundesdenkmalamt stattfinden. Freie Steinmetze, Maurer, Maler, Stukkateure, Zimmerer, Schmiede und eine Töpferin leben und arbeiten auf Einladung der Gemeinde mehrere Wochen in Hofkirchen im Mühlkreis.

An der Burgruine Falkenstein bietet sich den "Fremden" nun Gelegenheit sich mit den freiwilligen Ruinenpflegern vor Ort fachlich auszutauschen, zu diskutieren und ihre Handwerkskunst anzuwenden. So werden derzeit Fundamente in historischer Bruchsteintechnik gemauert, Steinüberlager für zukünftige statische Sicherungen aus Granitblöcken gemeißelt und wie jedes Jahr am Meierhof eigener Kalk in einem Feldofen gebrannt. Alle Wandergesellen arbeiten derzeit nur für Kost und Logis und stellen ihre hohen handwerklichen Fähigkeiten aus Überzeugung kostenlos zur Verfügung.

Das Landeskonservatorat für Oberösterreich freut sich über diese kompetente Unterstützung und entbietet ein zünftiges "Vivat!".
 

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