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Verputzt in 2 Tagen
Stift Kremsmünster, Restaurierung der Fassadenfront

Die mächtige etwa 250 m lange Südostfassade des Stifts Kremsmünster. Eingerüstet: die erste Sanierungsetappe.

Zusammenarbeit bei der Restaurierung: Josef Weisseneder vom Stift Kremsmünster mischt den Kalkmörtel.

Schnelles Arbeiten auf allen Ebenen ist gefragt - nur so wird ein Putz ohne sichtbare Stöße erreicht.

In der Kartause Mauerbach geschult: Andreas Toth vom Stift Kremsmünster

Die Farbe der Fassade wird durch den Putzsand erzeugt. Franz Mitterhauser vor einem Teil der fertiggestellten Fassade.

Ein Teil der südöstlichen Fassadenfront des Stifts Kremsmünster wird derzeit restauriert. Schnelles Arbeiten ist gefragt: Damit beim Auftrag des Feinputzes keine störenden Stöße entstehen, musste über alle 7 Etagen des Gerüsts gleichzeitig gearbeitet werden.

Etwa ein Fünftel der gesamten Front hat auf diese Weise in 2 Tagen eine neue Putzoberfläche erhalten.

Neue Kooperationen

Diese Arbeitstechnik erforderte auch neue Kooperationen. Zwei Mitarbeiter des Stifts Kremsmünster wurden für diese Aufgabe in den Restaurierwerkstätten des BDA geschult und in Zusammenarbeit mit einem erfahrenen Fachbetrieb gings ans Werk.
„Früher habe ich viel mit Kalkmörtel gearbeitet“, berichtet Herr Weisseneder vom Stift Kremsmünster. Kalk wurde damals „vom Vösenhuber“, einem Schotterbrenner aus Steyr geholt.
Bei der jetzigen ersten Sanierungsetappe wird reiner Kalkputz, bestehend aus Sumpfkalk und Natursand mit einer Korngröße von 0,3, als Feinputz aufgebracht. Der Natursand hat ein so genanntes „Überkorn“, d.h. er enthält auch größere Körner, die der Fassade ein lebendiges Aussehen geben.
Bei der Farbgebung orientierte man sich am jetzigen Bestand, da in den 1960er Jahren Fassadenuntersuchungen noch nicht üblich waren und auch keine historischen Farbabbildungen des Stiftes existieren.
Der Feinputz erhält seine Farbe nur durch den sorgfältig ausgewählten Sand.

In der angrenzenden Fassadenfläche muss in einer zweiten Sanierungsetappe teilweise auch der Grobputz ausgetauscht werden, da sich die Salzbelastung im Mauerwerk bis in eine Höhe von 8 Metern ausgebreitet hat. Der Kalkzementputz ist vollständig mit Salz gesättigt, der Deckputz platzt bereits ab.

Schäden an den Fenstergewänden

Mehr Aufwand und Zeit benötigen die Fenstergewände. Bei der groß angelegten Fassadenrestaurierung des gesamten Stiftes 1964-1977 wurden die gestrichenen steinernen Fenstergewände mit Hilfe von Sandstrahlgeräten von den Tüncheschichten befreit, was größere Schäden an dem Kremsmünsterer Konglomerat zur Folge hatte. Die feinen Profilierungen gingen verloren, der Angriff der Witterung führte zu weiteren Schäden. Die Fehlstellen werden nun durch einen an den Stein angeglichenen Mörtel ergänzt. Anschließend werden die Fenstergewände zum Schutz weiß gestrichen.

Die Zusammenarbeit am Gerüst und an der Mischmaschine zwischen Fachfirma und den Mitarbeitern des Stifts war sehr positiv. Das sind gute Voraussetzungen für die Zukunft: denn auch nach Abschluss der Restaurierung verfügt das Stift Kremsmünster über erfahrene Fachleute vor Ort, die Wartungsarbeiten durchführen können. Ein Gewinn für das Denkmal und den Eigentümer.

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