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wachau.welcher wandel?
Fotografien 1905/ 2010Ausstellung im Teisenhofer-Hof, Weissenkirchen,
6.Mai 2011-15. August 2011
Öffnungszeiten: Dienstag bis Sonntag 10.00 - 17.00
Eintritt: € 5,-/ 3,50/ 2,50

Das Bundesdenkmalamt wird im Rahmen der Ausstellung „wachau. welcher wandel?“ im Teisenhofer-Hof in Weissenkirchen eindrucksvolle Bildpaare präsentieren, wodurch der Blick für den Wandel einer Kulturlandschaft geschärft werden soll. Erfreulicherweise ist aus den temporären Bildern der Ausstellung ein Buch entstanden, das im Verlag Bibliothek der Provinz erschienen ist

Der Landschaftsfotograf Konrad Heller (1875–1931) war vor allem an „Stimmung“ interessiert. Wie ein Maler suchte er nach „malerischen“ Motiven, in denen das Zusammenwirken von gebautem Menschenwerk und umgebender Natur sichtbar wurde. Es ging ihm um Detailreichtum, um Kleinteiligkeit, um die Feinstruktur zerklüfteter Oberflächen: Der von wildem Wein überwucherte Stiegenaufgang eines Hinterhofes, die von Baum und Buschwerk umgebene Kirche, die abwechslungsreiche Dachlandschaft mit ihren spitzen Giebeln.

Auch für die Denkmalpflege der Zeit um 1900 war der Stimmungswert von zentraler Bedeutung. Im ersten, der Wachau gewidmeten Band der österreichischen Kunsttopographie (1907) wurden zahlreiche Aufnahmen Hellers publiziert. Damit wollte man auf die Besonderheit dieser damals vom Verkehr noch weitgehend unberührten Kulturlandschaft hinweisen.

100 Jahre später stellt sich die Frage, wie sich die Motive von damals weiterentwickelt haben. Sind ihre spezifischen Stimmungswerte noch vorhanden? Welcher Wandel ist eingetreten? Um das zu überprüfen, hat die Fotografin des Bundesdenkmalamts Irene Dworak die historischen Standorte Hellers nochmals aufgesucht und die Aufnahmen wiederholt.

Das Ergebnis dieses Experiments ist zwiespältig: Zwar hat erstaunlich viel von der alten Bausubstanz überlebt, doch ist auch viel vom alten Detailreichtum, von dem „malerischen“ Miteinander von Natur und Kultur verloren gegangen: Glatter Zement anstelle von rauem Kalkputz; Asphalt statt Wiesengrün, kurz: kärcherfreundliche Baumarktoberflächen statt efeubewachsener Bruchsteinmauern.

Was ist daraus zu lernen? Atmosphäre, Stimmung, malerische Ästhetik leben von der Vielfalt optischer Anregungen. Wollen wir diese Werte erhalten müssen wir uns bemühen, diese lebendige Vielfalt zu bewahren. Jeder Verlust eines Details wirkt sich letztlich als ein Verlust für die Qualität der gesamten Kulturlandschaft aus.

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