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Die Pranke des Löwen vom TraunseeNicht die Zunge - wie im Salzkammergut jeder glaubt - fehlte dem Löwen, sondern die originale Pranke. Denkmalschutz und Restaurierung im Jahr 2010 für das Löwendenkmal am Traunsee.

Nach dem Attentat von 1963 erhielt der Löwe eine neue Pranke, da das Original verschwunden war.  Foto: Bundesdenkmalamt

Dass dem Löwen die Zunge fehlen soll, weiß im Salzkammergut jeder - ein Mythos, wie sich jetzt herausstellte. Foto: Rest. Weninger

Die originale Vorderpranke des Löwen. Foto: Rest. Weninger

Die wiedergefundene Pranke, wie sie sich auf den Wappenschild stützt. Foto: Rest. Weninger

Schäden durch Absprengungen werden behoben. Foto: Rest. Weninger

Wie ein Puzzle musste das Wappen wieder zusammengefügt werden. Foto: Rest. Weninger

Wappenschild nach erfolgreicher Restaurierung. Foto: Rest. Weninger

Das Löwendenkmal unter dem Sonnstein am Traunsee. Restaurierung 2010. Foto: Rest. Weninger

Löwe erhält seine originale Vorderpranke zurück

Das Bundesdenkmalamt stellte im Jahre 2010 den Löwen unter Denkmalschutz und leitete unmittelbar danach auch die Sanierung dieses Denkmals ein. Jetzt kann auch die verschollene, originale Pranke des Löwen wieder angebracht werden.

Man glaubte, die Pranke sei beim Sprengstoffanschlag von 1963 zerstört worden. Einem Mitarbeiter des Restauratorenteams ist es nun durch Zufall gelungen, die unversehrte Vorderpranke in der Region aufzuspüren und für das Denkmal zurückzugewinnen.

Vorgeschichte

Am 23. September 1963 wurde das Löwendenkmal von oberitalienischen Neofaschisten gesprengt. Mit der Wiedererrichtung des Standbildes wurde der Linzer Bildhauer Hans Schmidinger betraut. Seine Arbeit am Löwendenkmal gestaltete sich allerdings schwierig, da zum einen keine originalen Pläne mehr vorhanden und zum anderen zahlreiche Steinteile nach der Sprengung nicht mehr auffindbar waren, darunter auch die prächtige Vorderpranke. Man glaubte, sie sei zerstört, der Bildhauer hat sie wie die anderen fehlenden Teile neu gestaltet.


Das rund zweieinhalb Meter hohe Löwendenkmal von 1861 ist am alten Verlauf der Bundesstraße 145 situiert. Der Entwurf stammte vom Traunkirchner Lehrer A. Fischer, ausgeführt wurde das Denkmal wohl vom Linzer Künstler Ferdinand Scheck d. J. Auf einen mächtigen Granitsockel platziert, sitzt der Löwe auf seinen Hinterpfoten, der Körper ist quer zum Straßenverlauf gerichtet. Das von einer gelockten Mähne gerahmte Haupt ist mit geöffnetem Maul zur Straße gewandt. Die linke Vorderpfote stützt sich auf einen Wappenschild mit Reichsadler. Am quaderförmigen Granitsockel ist die ursprüngliche Metalltafel mit dem Wortlaut aus der Erbauungszeit angebracht: „Das Machtgebot / Sr. k. k. apost. Majestät / KAISERS FRANZ JOSEF I. / Bahnte am steilen Seegestade / Die ebne Felsenstraße / Zur Förderung des Verkehrs. / Felsenfest gründet sie / Des Wanderers Bahn, / Des Volkes Dank. / Eröffnet im Jahre MDCCCLXI“.


Seither hatte die Gestalt des Löwen sehr gelitten und viele Ergänzungen aus dem Jahre 1964 waren abgebröckelt.


Denkmalschutz und Restaurierung

Die Schäden waren bereits beträchtlich: Algen, Flechten und Moose hatten sich auf einem Großteil der Steinoberflächen angesiedelt. Der Löwe war durch Risse, durch Materialaufblähungen bis hin zu Schollenbildung und Absprengungen stark beschädigt. Die vorhandenen Steinergänzungen waren zumeist rissig bzw. vom Frost abgehoben. Die Wappenkartusche samt der 1964 erneuerten Vorderpranke war bereits 2008 abgefallen. Die Sockelverfugungen wiesen Fehlstellen und Risse auf. An der Unterkonstruktion der straßenseitigen Wappenkartusche gab es massive Rostschäden. Die Bronzetafel war stark aufgebogen.

In Absprache mit dem Bundesdenkmalamt haben Restaurator Josef Weninger und sein Mitarbeiter Restaurator Habring die alten Steinergänzungen und rissigen Mörtelantragungen freigelegt und abgetragen sowie den Stein schonend gereinigt. Die rostigen Armierungen wurden ausgetauscht und die  instabilen Oberflächen gefestigt. Die Wappenkartusche wurde aus vielen kleinen Einzelteilen wieder zusammengefügt. Schließlich wurde das Granitpostament neu verfugt und die Gedenktafel gereinigt. In Absprache mit dem Landeskonservatorat für OÖ und dem Eigentümer wird der Stein mit einer feinen farblich passenden Kalkschlämme überzogen.









 

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