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Burg MauterndorfFassadensanierung schreitet voran

Die Südfassade von Burg Mauterndorf nach der Restaurierung

Kleiner Erker an der Südfassade

Ein Handwerker hinterließ bei den Sanierungsarbeiten 1899 sein Monogramm im frischen Putz (Photo: Heinz Michael)

Das nördliche Eingangsportal in den Burghof (Photo: Heinz Michael)

(Photo: Heinz Michael)

Die Sanierung der Westfassade wurde bereits 2008 abgeschlossen

Die Fassaden der Burg an der historischen Passstraße über den Radstädter Tauern(pass) werden seit 2007 schrittweise saniert. Die Ergebnisse sind weithin zu sehen!

Historische Mautstelle am Tauernübergang
Auf einem Hügel über dem Taurachtal gelegen, beherrscht Burg Mauterndorf seit dem Mittelalter den Zugang vom Lungau zum Radstädter Tauern und damit eine seit der Römerzeit wichtige Nord-Süd-Route. Seit Mitte des 13. Jahrhunderts ist die Burganlage belegt, jedoch soll sich an ihrer Stelle schon zur Römerzeit ein Kastell befunden haben und seit dem 11. Jahrhundert eine Mautstelle.

Unter Erzbischof Leonhard von Keutschach wurde die Burg Ende des 15. Jahrhunderts erweitert und erlangte ihre größte Bedeutung. Der Erzbischof ließ die alte Römerstraße über den Tauern erneuern, er hielt sich selbst öfters in der Burg auf und ließ sie kunstvoll ausstatten.

Bis zur Säkularsierung 1806 blieb Burg Mauterndorf im Besitz des Salzburger Domkapitels, nach ihrem Verkauf an Privateigentümer verfiel sie allerdings zunehmend und wurde als Rohstofflager für Baumaterial ausgeschlachtet.

Vor dem gänzlichen Verfall bewahrte die Burg schließlich der vermögende Berliner Militärarzt Dr. Hermann von Epenstein, der 1894 Burg Mauterndorf erwarb und sie in Zusammenarbeit mit der k.k. Denkmalpflege wiederherstellte. Kurzfristig fiel die Burg durch Erbschaft an Hermann Göring, gelangte aber nach 1945 wieder in den Besitz der Familie Epenstein, ehe sie 1968 vom Land Salzburg erworben wurde. Anfang der achtziger Jahre erfolgten umfangreiche Sanierungen und heute beherbergt Burg Mauterndorf das Lungauer Landschaftsmuseum und eine Erlebnisausstellung und dient als regionales Kulturzentrum.

Mehrjähriges Sanierungsprogramm
Schäden an den Dachstühlen, den mit Holzschindeln gedeckten Dächern und den Fassaden machten schließlich 2007 eine Sanierung notwendig. Zunächst stand vor allem die Instandsetzung der Dächer im Vordergrund, gleichzeitig wurden in enger Zusammenarbeit zwischen der Burgverwaltung, dem Land Salzburg als Eigentümer und dem Bundesdenkmalamt genaue Fassadenpläne erstellt und eine restauratorische Untersuchung des Putzbestandes vorgenommen. Die Befundung ergab, dass trotz umfangreicher Fassadensanierungsmaßnahmen Ende des 19. Jahrhunderts ein großer Bestand an mittelalterlichen Putzen an den Fassaden erhalten geblieben war, sodass man sich bei der Putzsanierung und -ergänzung an der Struktur dieses spätgotischen Lagenputzes orientieren konnte. Im Sommer 2007 wurde eine Musterachse in Kalktechnik an der Westfassade angelegt, die den folgenden Winter problemlos überstand und damit das von Restaurator Heinz Michael entwickelte Sanierungskonzept bestätigte.

Seither zeigt die Burg sich ihren Besuchern während der Sommermonate stets mit einem Gerüst: sukzessive werden Fassadenabschnitte gesäubert und jüngere zementhaltige Überputzungen, die Schäden verursachen könnten, entfernt. An den Schadstellen werden Neuverputzungen in Kalkputzmörtel vorgenommen, der vor Ort in historischer Trockenlöschung hergestellt wird. Eine abschließende Kalkschlämme gibt den Fassaden schließlich ein geschlossenes Erscheinungsbild. Bei der 1899 wiedererichteten Nordmauer wurden die Naturputzflächen lediglich ausgebessert, gereinigt und konserviert.

Die Sanierungsarbeiten wurden daneben auch genutzt, um Leitungsführungen und kleinere An- und Einbauten an den Fassaden, wie sie im Laufe der Jahrzehnte „gewachsen“ sind, wieder auf ein Mindestmaß zu reduzieren.

Auf die 2008 fertig gestellte Westfassade folgten in den Sommermonaten 2009 und 2010 die Sanierung der Südfassade mit dem Südturm sowie der nord- und ostseitigen Fassaden im äußeren Zwinger und im nördlichen Hof. Gleichzeitig wurden auch die Vorarbeiten für weitere Sanierungsabschnitte in Angriff genommen. Seit Anfang April werden die Ostfassade des unteren Hofes sowie das Südtor saniert.

Das bisherige Ergebnis der in enger Zusammenarbeit von Eigentümer, Restaurator, Baufirma und Bundesdenkmalamt betriebenen Außensanierung der Burg vermittelt einen weithin sichtbaren Eindruck von der strahlenden Qualität der restaurierten Kalkfassaden, die ihre Widerstandsfähigkeit auch in den kalten inneralpinen Wintern bewiesen.

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