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Havarie auf der Donau

Die Galerie wurde durch den Aufprall weggerissen.

Der schwer beschädigte Rote Salon.

Das denkmalgeschützte Dampfschiff Schönbrunn.

Ing. Hoffmann, der Heizer des Dampfschiffes, bedauert den Ausfall der ganzen Veranstaltungssaison.

Die havarierte DS Schönbrunn liegt in der Linzer Schiffswerft.

Im Schiffboden tritt seit dem Aufprall Wasser ein.

Maschinenraum mit den Kolbenstangen.

Das historische Dampfschiff "Schönbrunn" wurde auf der Donau bei Linz gerammt. In der Linzer Schiffswerft wird der Dampfer zurzeit untersucht.

Das am Anlegesteg in Linz-Urfahr liegende historische Dampfschiff „Schönbrunn“ wurde am 22. 7.09 schwer beschädigt: ein Kreuzfahrtschiff hat bei einem Wendemanöver einen Aufprall verursacht. Backbordseitig wurde dabei die Galerie der „Schönbrunn“ abgerissen, der Rote Salon und die Küche erheblich beschädigt. Seit dem Unfall tritt Wasser in den Schiffsboden ein. In der Schiffswerft Linz wird derzeit geprüft, ob der Rad-Exzenter durch den Anprall verschoben wurde.


„Die heurige Saison ist vorbei“, so Ing. Klaus Hoffmann, der als Heizer auf der „Schönbrunn“ arbeitet und für den Eigentümerverein das Veranstaltungsmanagement innehat.
Seit 1995 ist die Österreichische Gesellschaft für Eisenbahngeschichte (ÖGEG) Eigentümerin des letzten Dampf-Fahrgastschiffes der österreichischen Donau-Schifffahrt, der "Schönbrunn".
Die „Schönbrunn“ wurde mit ihren Schwesterschiffen „Wien“ und „Budapest“ 1912/13 in der DDSG-eigenen Werft in Budapest in einer der letzten Serien der Personenraddampfschiffe gebaut.

Technischer Höchststand

"Der Schaufelraddampfer Schönbrunn ist Höhe- und Endpunkt in der Entwicklung eines Flussschiffes" stellte das BDA 1995 im Gutachten zur Unterschutzstellung fest. Die Rumpfform kommt in ihren Proportionen der hydraulisch optimalen Form nahe, die im Schiffsbau der folgenden Jahrzehnte nicht übertroffen wurde. Die Geschwindigkeit der "Schönbrunn" war daher den schraubengetriebenen Schiffen überlegen. Ihre Hauptabmessungen betragen 74,62 m x 15,78 m. Die schlanke Rumpfform in Verbindung mit dem Antrieb durch Schaufelräder führt zu einem hohen Wirkungsgrad bei seichtem Wasser und einer Totwassergeschwindigkeit von 21 kmh.

Die schrägliegende Compoundmaschine mit je einem Hoch- bzw. Niederdruckzylinder und 1200 mm Kolbenhub leistet 710 PS. Die Seitenräder haben einen Durchmesser von 4 m und je 8 gebogene Schaufeln.

Das Schwesternschiff „Wien“ sank 1936 bei einer Kollision mit der Reichsbrücke in Wien, der Dampfer „Budapest“ wurde in den 1970er Jahren abgewrackt. Als auch der „Schönbrunn“ die Verschrottung drohte, erwarb die ÖGEG das alte Dampfschiff um den symbolischen Preis von einem Schilling plus 20 Groschen Umsatzsteuer.
Die „Schönbrunn“ ist somit der letzte von mehr als 300 Dampfern der DDSG.

Verein ÖGEG als engagierter Eigentümer

Die ÖGEG setzte sich als Ziel, die „Schönbrunn“ zu erhalten und hat in mehrjähriger Arbeit und zahllosen Arbeitsstunden dieses Ziel erreicht. In den letzten Jahren wurden die Kesselanlage, das Unterschiff und die Hochdruckzylinder überholt sowie die Radaranlage erneuert. Umso schmerzlicher trifft den Verein der Schadensfall. Donaureisen und Sonderveranstaltungen am Schiff gehörten zum ständigen Programm. Auch für den heurigen „Tag des Denkmals“ waren Sonderfahrten im Hafen von Linz geplant.
Die Sachverständigen der Versicherung werden Anfang August den Schaden besichtigen.

Die ÖGEG betreibt auch die Steyrtalbahn von Steyr Lokalbahnhof nach Grünburg sowie die Museumsbahn von Ampflwang nach Timelkam und baute in Ampflwang ein Eisenbahnmuseum auf. Dort stehen besonders die großen Dampflokomotiven im Mittelpunkt des Interesses.

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