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Das Österreichische Verkehrsbureau am Karlsplatz

Die jüngsten Renovierungsarbeiten im Auftrag der Novomatic AG erfolgten in Abstimmung mit dem Bundesdenkmalamt und wurden mit Anfang Juli 2009 abgeschlossen.  

Die Baumaßnahmen für die neue Nutzung als Kulturstätte können als erfolgreiche Restaurierung eines Wiener Denkmals gesehen werden. Das „Novomatic Forum“ wird lt. Novomatic-Generaldirektor Franz Wohlfahrt als eine „Stätte künstlerischer und kultureller Begegnung“ dienen.
Das Gebäude wurde in den Jahren 1922 – 1923 als Geschäftshaus des Österreichischen Verkehrsbüros nach Plänen der Architekten Heinrich Schmid und Hermann Aichinger, Schülern Otto Wagners, errichtet und bildet zusammen mit der gegenüber liegenden Secession markant den westlichen Abschluss des Karlsplatzes.
Die architektonische Gestaltung des Baues nimmt durch die glatten, symmetrisch ineinander geschobenen Kuben und Gesimse Bezug auf die Secession. Der streng komponierte Baukörper wird durch Fensterverdachungen, vertikale Fensterbänder mit Bay-windows und aufgesetzte Zierteile aufgelockert und durch die Farbgebung der Kuben gegliedert. Wie eine Spange umfassen die in rot gehaltenen seitlichen Trakte den hellen Kern, der im Dachgeschoß wiederum die Seitentrakte überspannt und so miteinander verbindet. Die Portalzone wird durch einen eingeschossigen, flach vorspringenden Mittelrisalit gebildet, in dessen Mitte sich der Haupteingang befindet. Über ein paar Stufen gelangt man, vorbei an kannelierten Viertelsäulen, in das Gebäude. Der ganze Bau sitzt auf einem hellen Natursteinsockel, wodurch die roten Kuben akzentuiert werden.
Das Verkehrsbüro bietet durch die Kombination der vor- und rückspringenden Baukörper, der wenigen dekorativen Elemente und durch die Farbgebung ein spannungsreiches Spiel von Licht und Schatten und stellt damit ein wesentliches Baudenkmal der frühen 20er Jahre des vorigen Jahrhunderts dar, dessen Bauformen man vor allem bei den städtischen Wohnhausanlagen wieder findet.
Im Inneren bestechen aus der Erbauungszeit noch das mit Holz vertäfelte Stiegenhaus und der ebenso vertäfelte Direktionsvorraum sowie mehrere schlicht dekorierte Stuckdecken. Die zweigeschossige ehemalige Schalterhalle weist noch die stuckierte Balkendecke mit gezackten Profilzügen und Messingleuchten im Stil des Art Deco auf.

Die Restaurierung der Fassaden und der Innenräume kann aus Sicht der Denkmalpflege als gelungen bezeichnet werden, da Planung, Baufirmen und Restauratoren die Oberflächen, Farben, Zierteile, Fenster und Dachgeländer in neuer Frische erstrahlen ließen. Die noch vorhandene originale Innenausstattung wie Holzvertäfelungen, Messinghandläufe, Stuck und Leuchten wurden sorgfältig restauriert und neue Bauteile passend zum Charakter des Hauses geplant und hergestellt. Die nunmehr zugängliche Terrasse gegenüber der Secession ermöglicht Ausblicke vom Wiental bis zum Turm des Stephansdomes.

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