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Vom schönen Ausblick zum traurigen AnblickDie Gloriette am Dornbirner Zanzenberg

Eingangsseite mit vier dorischen Säulen

Eingangsseite mit vier toskanischen Säulen (© Stadtarchiv Dornbirn, H. Rhomberg)

Historische Ansicht um 1910

Historische Ansicht um 1910 (© Stadtarchiv Dornbirn)

Historische Ansicht vor 1938

Historische Ansicht vor 1938 (© Stadtarchiv Dornbirn)

Überwucherter Eingang

Überwucherter Eingang (© Stadtarchiv Dornbirn, H. Rhomberg)

Supraporte

Supraporte mit Inschrift : "I. G. Ulmer  MDCCCLVI" (© Stadtarchiv Dornbirn, H. Rhomberg)

Kennelbach, Cosmus Jenny Ruhe

Kennelbach, Cosmus Jenny Ruhe (© Stadtarchiv Dornbirn, H. Rhomberg)

1856 hat ein Dornbirner Textilfabrikant den Aussichtspavillon errichten lassen. 150 Jahre später kennt kaum jemand mehr den imposanten Park und seinen baulichen Höhepunkt, die Gloriette.

Der Dornbirner Textilfabrikant Johann Georg Ulmer (1807-75) gilt als Erbauer des Aussichtspavillons. Auf dem darunter liegenden Waldstück ließ er einen Park mit Spazierwegen und besonderer Bepflanzung anlegen. Die Familie Ulmer gehörte zu den einflußreichsten Familien im Dornbirn des 19. Jahrhunderts und betrieb zahlreiche Fabriken, u.a. im Stadtteil Schwefel.

Das kleine zehneckige Gebäude besteht zur Hälfte aus einem Innenraum, zur Anderen aus einer überdachten Terrasse mit vier toskanischen Säulen. Die Inschrift über dem Eingang weist auf den Erbauer und das Baujahr hin. Die Wände zwischen Sockel und Gesims sind glatt verputzt und in Terracotta gefärbelt; Säulen und Rahmen bestehen aus Sandstein. Bekrönt wird das Ganze von einem geschwungenen, kegelförmigen Blechdach. Das Gebäude diente also "nur" der Erbauung und besaß keinen weiteren Nutzen. Heute ist der zugehörige Park verwildert und die Gegend mit Wohnhäusern verbaut. Deshalb erstaunt der verwahrloste Zustand nicht wirklich. Der Eingang ist überwuchert, aus dem Dach wachsen Sträucher. An vielen Stellen fehlt der Verputz.

In Vorarlberg steht derzeit nur ein vergleichbares Denkmal unter Schutz: Die sogenannte Cosmus-Jenny-Ruhe in Kennelbach bei Bregenz. Wenn diese auch keinen Innenraum hat und wesentlich jünger ist (1909 von Bmst. Otto Mallaun), bietet dort sie eine ebenso herrliche Aussicht sowie Anklänge an antike Tempel. Weiters kann man die Aussichtspavillons in der Villa Falkenhorst in Thüringen oder jenen am Innsbrucker Bergisel als vergleichbare Bautypen nennen.

Sollte die öffentliche Hand nicht einspringen, erwägen die jetzigen Erben, das Erbe eventuell gar nicht anzunehmen. Dieses Kleinod zu erhalten und zu restaurieren, wird also in den Händen des Bundesdenkmalamtes und der Stadt Dornbirn liegen, weshalb als erster Schritt die Unterschutzstellung geplant ist.

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