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Ein Erz-Engel der Denkmalpflege Verleihung der Denkmalschutzmedaille an Erzabt Edmund Wagenhofer in der Erzabtei St. Peter in Salzburg

Ministerialrätin Dr. Elsa Brunner überreichte die Medaille an Erzabt Wagenhofer

St. Peter in Salzburg: Die Fassaden um den Konventshof wurden in den vergangenen Jahren saniert

Wallfahrtskirche Maria Plain mit Kalvarienberg

Nepomuknische im Kreuzgang von St. Peter (2008 restauriert)

Die Ursprungskapelle in Maria Plain (ebenfalls 2008 restauriert)

Eingang zur Stiftskirche St. Peter (nach der Restaurierung 2004)

Zahlreich erschienen waren die Festgäste aus der hohen Geistlichkeit, aus Politik, Verwaltung, Wissenschaft und Kultur

Professor Manfred Wehdorn bei der Laudatio 

Was ist eigentlich ein Erz-Abt? Diese Frage blieb im Rahmen des Festaktes zur Verleihung der Medaille für Verdienste um den Denkmalschutz an Erzabt Edmund Wagenhofer, Vorsteher des Salzburger Stiftes St. Peter, am 11. März unbeantwortet.

Stattdessen verlieh man neben Medaille und Urkunde auch gleich einen Titel an den Hochwürdigsten Herrn Erzabt: „Erzengel der Denkmalpflege“.

Anlässlich des zwölfjährigen Amtsjubiläums und des bevorstehenden Abschiedes als aktiver Abt eines der bedeutendsten Stifte Österreichs erhielt Erzabt Wagenhofer diese Auszeichnung des Bundesministeriums für Unterricht, Kunst und Kultur für herausragende Verdienste um Denkmalschutz und Denkmalpflege. Die vom Landeskonservatorat für Salzburg mitorganisierte Verleihung erfolgte durch Frau Ministerialrätin Dr. Elsa Brunner in Vertretung der Frau Bundesministerin. Professor Manfred Wehdorn hielt die Laudatio. Der musikalisch begleitete Festakt fand am Vorabend des 65. Geburtstages des Herrn Erzabtes im Erzstift St. Peter statt, in den prunkvollen Räumlichkeiten von Abtsaal und Abtwohnung. Unter den geladenen Gästen fanden sich hohe Vertreter der Salzburger Klöster und Stifte, der Politik, Verwaltung, Wissenschaft und Kultur.

Die Verleihung der Denkmalschutz-Medaille an den Leiter des größten Salzburger Stiftes – ein bereits lange vom Landeskonservator für Salzburg HR Dr. Ronald Gobiet angestrebtes Vorhaben – basiert auf einer Vielzahl an durch den Erzabt ermöglichten denkmalpflegerischen Erhaltungsmaßnahmen, am wertvollen Bestand des Stiftskomplexes und seines Friedhofs einerseits, an einer Reihe weiterer im Eigentum des Stiftes befindlicher Objekte andererseits.

Einen Höhepunkt stellte die 2002 abgeschlossene Restaurierung des Kreuzgangs von St. Peter dar, durch die Textur und Bauplastik des romanischen Kernbaus freigelegt wurden. Archäologische Untersuchungen an der Stiftskirche des ältesten Klosters auf österreichischem Boden förderten Teile eines sehr frühen Vorgängerbaus aus der Zeit des Ordensgründers, des heiligen Rupert, zu Tage. Auf diesem wurde dann die romanische Kirche aufgebaut. Auch ein frühchristlicher Sakralbau aus dem 5. Jahrhundert könnte an dieser Stelle gestanden sein.

Weitere Großprojekte waren neben der Restaurierung der Hoffassaden die Erweiterung der Stiftsbibliothek und die Restaurierung der Wallfahrtskirche Maria Plain einschließlich ihres Kalvarienberges. Als international vorbildhaft gilt die Erhaltung der Epitaphien am Friedhof St. Peter, wo auch das reiche Ensemble an Arkadengrüften sukzessive restauriert wird. Restauratorische Bestandsaufnahmen und Befunduntersuchungen sind in St. Peter mittlerweile als Standard etabliert und zeugen von der Sensibilität im Umgang mit der gewachsenen historischen Substanz.

Das Stift St. Peter ist nach wie vor einer der größten Denkmal-Eigentümer im Land Salzburg. Erzabt Wagenhofer, Hüter dieses kostbaren kulturellen Erbes, erwies sich dank seines stets persönlichen Einsatzes als überaus wertvoller Partner in der Umsetzung qualitativ hochwertiger Denkmalpflege.

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